Licht und Schatten gegen Teltow

Stahnsdorf, 15.02.2020 Brandenburgliga – weibliche Jugend A – HSG RSV Teltow/ Ruhlsdorf gegen HSV Oberhavel – 15:30 (7:15)

Zu unchristlichen Zeiten traf man sich am vergangenen Samstag in Stahnsdorf, um gegen die Spielgemeinschaft aus Teltow/ Ruhlsdorf das nächste Auswärtsspiel zu bestreiten.

Nach der spannungsgeladenen Partie in Brandenburg vor den Winterferien, hofften die vielen mitgereisten Anhänger auf ein weniger aufregendes Spiel. Gegen das Tabellenschlusslicht sollte ein ungefährdeter Auswärtssieg eingefahren werden. Es galt also, sich auf seine Stärken zu besinnen, die Form aus dem Spiel in Brandenburg mitzunehmen und den Gegner auf keinen Fall auf die leichte Schulter zu nehmen.

Handball war dann allerdings erst einmal nebensächlich. Erstens war so früh am Morgen noch die Halle verschlossen und zweitens wurde Paulas Geburtstag gebührend zelebriert. Auf dem Parkplatz im eng gebauten Stahnsdorfer Wohngebiet erklang „Happy Birthday“ aus der Musikbox mit gefühlten dreistelligen Dezibel-Raten. Die bis dahin noch schlafenden Anwohner, waren in jedem Fall „dankbar“, da sie so länger etwas vom schönen Frühlingstag hatten.

Zum Spiel. Die erste viertel Stunde war eher in die Kategorie Magerkost einzustufen. Einige technische Fehler in der Bewegung nach vorn ließen nicht viele Torerfolge zu. 4:4 Stand es nach 13. Spielminuten. Dann aber brachte das HSV Trainerduo Doer/Groß Rieke ins Spiel und sie legte los, als gebe es keinen Morgen. Durch erfolgreiche 1:1 Situationen brachte sie ihre Gegnerin fast zum verzweifeln. Vier Tore in Folge gelang der quirligen Rückraum-Rechts Spielerin innerhalb von fünf Minuten, sieben Tore bis zur Schlusssirene. Auch Gina Re. auf der anderen Halbposition zeigte sich wieder einmal in Torwurflaune und wurde zunehmend gefährlicher. Ihr gelangen bis zum Spielende acht Feldtore. Unsere Mädels setzten sich mehr und mehr vom Gastgeber ab, einzig die Teltowerin Nummer 37 konnte wirklich etwas entgegen setzen. Die HSV Abwehr bekam sie im gesamten Spielverlauf schwer bis gar nicht in den Griff. Gekonnt platzierte Rückraumwürfe fanden nahezu immer den Weg ins HSV Gehäuse. Ihre Teammitglieder strahlten allerdings weniger Gefahr aus. Bis zur 23. Spielminute konnten die Teltower den Abstand noch auf zwei Tore halten. Dann aber nahm die oberhavelländische Tormaschine richtig Fahrt auf. Sechsmal netzten unsere Damen noch ein, ehe die gut leitenden Schiedsrichter – neuerdings mit modischen Headsets ausgestattet (was definitiv ein Gewinn für die unparteiische Leitung eines Spiel darstellt) – mit einem Halbzeitstand von 7:15 für den HSV Oberhavel, zum Pausentee baten.

Es war dann wohl eher ein Ermüdungstee, den unsere Mädels zu sich nahmen. Zu Beginn des zweiten Durchgangs stand eigentlich nur der Gastgeber auf dem Parkett. Oberhavel verschlief die ersten Spielminuten und so kam Teltow zu drei Torerfolgen. Wach gerüttelt vom kurzzeitig erstarkten Heimteam, standen dann auch unsere Mädels wieder konzentrierter auf dem Spielfeld. Erst durch Jasmin, dann Gina Re. und anschließend vom Kreis über Sonja, wurde der alte acht Tore Abstand wieder hergestellt. Durch die beruhigende Führung konnten unsere Mädels befreiter aufspielen. Sehenswerte Tempogegenstöße, eingeleitet über tolle und genaue Pässe, wurden sicher verwandelt. Der Rückraum war weiterhin an diesem Tag kaum zu stoppen und die Abwehr stand weitaus besser, als noch im ersten Abschnitt. Maike zeigte sich wieder in sehr guter Form und bot darüber hinaus in einer Szene noch eine spektakuläre Parade – sehr zum Gefallen des Publikums.

Das Spiel war in den Köpfen der Spielerinnen schon länger entschieden. Teltow versuchte sich auf Schadensbegrenzung, Oberhavel wollte einen deutlichen Sieg einfahren. In jedem Fall konnten sich die Oberhavel-Anhänger auf der Tribüne – anders als noch in Brandenburg – entspannt „zurücklehnen“. Teltow stellte das Tore werfen zehn Minuten vor Ende dann komplett ein. Wieder war es die gefährliche Rückraumspielerin, die das 15. Tor zum 15:23 erzielte. Danach folgten nur noch HSV Tore, wobei das letzte, das 30. Tor einem Slapstick ähnelte. 20 Sekunde vor dem Abpfiff hatte die Teltower Torhüterin genug von der Partie und verließ die Spielfläche. Allgemeine Verwirrung machte sich breit. Hatte sie eine Hinausstellung vom Schiedsrichter erhalten? War sie verletzt? Nein, sie hatte einfach keine Lust mehr. Da Teltow keine weitere Torwärtin zur Verfügung hatte, stand das Tor verwaist. Tatsächlich eroberten unsere Mädels nochmals das Spielgerät und liefen zum Tempogegenstoß. Lena sah das leere Tor und warf aus circa 14 Metern…genau gegen den rechten Pfosten. Der Ball prallte ab zur Mitte und in bester Gerd-Müller-Manier staubte Gina Re. zum 30. Treffer ab. Lena ärgerte sich verständlicher Weise sehr, das Tor nicht selbst gemacht zu haben, allerdings – liebe Lena, man kann es auch anders sehen. Nachfolgend, eine für dich versöhnliche Schilderung:

20 Sekunden sind noch zu spielen. Das Teltower Tor ist leer. Oberhavel erobert den Ball und Lena stürmt nach vorn, zieht gekonnt aus circa 14 Metern ab, nein, nicht um selbst ein Tor zu erzielen, das wäre der uneigennützigen Lena zu einfach gewesen. Das kann doch Jeder! Sie fasste in Bruchteilen von Sekunden einen ausgeklügelten Plan. Gekonnt peilt sie den rechten Pfosten an, trifft perfekt, sodass der Ball genau in die Arme der nachlaufenden Gina Re. gelangte. Diesen einfachen Torerfolg übergab sie lieber Gina. Lena wollte sich lieber den „Assist des Jahres“ einheimsen – was ihr hiermit offiziell gelang. Glückwunsch Lena 🙂

Am Ende kamen unsere Damen zwar nicht ganz am noch deutlicheren 35:14 Auswärtserfolg aus der letzen Saison in Teltow heran, allerdings bedeutet dieser 30:15 Katersieg viel. Nämlich einen weiteren Schritt hin zur möglichen Vizemeisterschaft. Noch zwei Saisonspiele und ein wenig Hoffen, auf einen Ausrutscher der direkten Konkurrenz, dann wäre die riesen Überraschung perfekt. Bis dahin heißt es weiter fleißig im Training arbeiten und in einigen Testspielen die Form behalten und verbessern.

Den feiernden Abschlusskreis zentrierte das Geburtstagskind Paula. Wieder hieß es „Happy Birthday too you“. Eine tolle Geste der Mannschaft, die zeigt, die Chemie stimmt im Team.

Erst am 14.03. geht es für unsere Mädels weiter. Dann steht das Auswärtsspiel in der oderländische Kurstadt Bad Freienwalde an. Auf dem Papier eine machbare Aufgabe, hoffentlich mit ganz viel Licht und weniger Schatten…

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike (Tor) – Gina Ro. (2), Paula, Gina Re. (9), Rike (7), Sonja (1), Emma (2), Lena, Isabella (2), Jasmin (5), Johanna (2)

 

Persönlicher Kommentar zu einem ärgerlichen Thema

Es ist ja schon fast eine ungeliebte wiederkehrende „Tradition“, die den HSV Oberhavel pünktlich im Frühjahr ereilt. Wenn draußen die Krokusse erblühen werden unsere Spielerinnen und Spieler von übermotivierten Menschen anderer Vereine angesprochen, ob diese nicht in der nächsten Saison den HSV Oberhavel verlassen und für das jeweils andere Team spielen möchten. Ob aus der direkten Nachbarschaft oder neuerdings sogar aus der Hauptstadt, es ist einfach ärgerlich und unerträglich. Deshalb, werte Konkurrenz und auch nicht Konkurrenz…hier nochmal ein Leitfaden für euch.

Spielerinnen und Spieler direkt ansprechen (Telefon, Whatsapp, Mail, direkt, ect.): definitves NOGO!!!
Trainerinnen, Trainer und den Vorstand des HSV Oberhavel kontaktieren: mögliches GO!!!

Damit wir uns nicht falsch verstehen…wir wollen natürlich nie Spielerinnen und Spieler einfach so ziehen lassen und allen hier bei uns eine sportliche Perspektive bieten.

Ihr greift hier, ohne darüber nachzudenken, in Mannschaften ein und schafft Unruhe. Mit welchem Recht macht ihr das? Unsere Trainerinnen und Trainer arbeiten in unserem Verein mit Herzblut daran, jungen Menschen eine tolle Sportart beizubringen – und wie ich finde, sehr erfolgreich. Sie versuchen Kindern und Jugendlichen mehr als Sport zu bieten. Hier wird das Thema Sozialkompetenz großgeschrieben. Ihr tretet diese Arbeit mit euren Aktionen und eurer Kurzsichtigkeit mit Füßen!

Im jüngsten Fall der weiblichen Jugend A möchte ich noch einmal deutlich sagen: Wir planen munter und mit voller Zuversicht die neue Saison mit unseren tollen Spielerinnen und unseren erfolgreichen Trainern. Hier ist nichts tot oder liegt im Sterben! Also, werte Totengräber, nehmt eure Spitzhaken und eure Spaten und grabt woanders (oder am besten bleibt bei euch selbst). Es lohnt sich nicht bei uns zu graben – hier ist nix tot!