Über die Gemeinschaft zum Sieg

geschrieben von M. Doer

 

Brandenburg, 25.01.2020 Brandenburgliga – weibliche Jugend A | SV 63 Brandenburg-West – HSV
Oberhavel – 18:20 (8:10)

Nach der kleinen Negativserie zum Ende des vergangenen Jahres in Wildau und gegen Falkensee sowie
einer 6-wöchigen Pause vom Ligaspielbetrieb war am vergangenen Wochenende der Charakter unserer
Mädchen gefordert!
Gegen den Ligaprimus aus Falkensee wurde unseren Krokodildamen klar die Grenzen aufgezeigt. Zwar
muss und sollte man aus solchen Spielen lernen, doch stellten sich vor dem Spiel in Brandenburg-West
folgende Fragen: Kann die Mannschaft das Trainierte umsetzen? Kann das Team gegen einen
gleichwertigen Gegner bestehen? Setzen sich unsere Defizite in fremden Hallen fort? Wie schwer wiegt
die Verletzungsproblematik?
Antworten lieferte das Match vom vergangenen Samstag:
Bei sehr trüben und nasskalten Wetter machte sich der Oberhaveler Tross auf den Weg nach
Brandenburg, wobei die Gesichter der Mädchen klarmachten, dass manch eine bei solch einem Wetter
lieber den Vormittag gemütlich im Bett verbracht hätte.
Pünktlich um 12:00 Uhr wurde das Spiel der beiden punktgleichen Tabellennachbarn durch das
Schiedsrichtergespann aus Elsterwerda angepfiffen. Wir starteten sehr konsequent und konnten schnell
mit 3 Toren von Gina Re. in Führung gehen (4. Minute), ohne dass die Gastgeberinnen einen Torerfolg
verzeichnen konnten. Im Anschluss verkürzten die Brandenburgerinnen, wir konnten sie aber weiterhin mit
ein bis zwei Toren auf Abstand halten. Erst in der 20. Spielminute mussten wir den Ausgleich hinnehmen
(6:6 Tore). Bis zum Spielstand von 8:8 Toren konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen (24.
Minute). Ein kleiner Zwischenspurt unsererseits in Verbindung mit drei Verwarnungen gegen Brandenburg
brachte uns die Halbzeitführung von 8:10 Toren.
Halbzeit zwei begann aus HSV-Sicht etwas unkonzentriert; Brandenburg verkürzte schnell auf 9:10 Tore.
Der sehr starken Maike im Tor, die in dieser Phase zwei 7-Meter-Strafwürfe parierte (32., 35. Minute), war
es zu verdanken, dass sich unser Vorsprung nicht in einen Rückstand umwandelte. Die Paraden wirkten
wie ein Wachmacher für unsere Mädchen, die nun wieder konzentrierter agierten und unsere Führung bis
zur 43. Minute aufrechterhielten. In Spielminute 44 konnte Brandenburg ein zweites Mal in dieser
Begegnung den Ausgleich erzielen (13:13 Tore), bevor wir, durch zwei schnelle Tore von Johanna, wieder
in Führung gehen konnten (13:15 Tore). 14 Minuten lang entwickelte sich ein ausgeglichenes Match,
wobei wir die Westbrandenburgerinnen weiterhin auf Distanz hielten. Die letzte Spielminute brach an:
Emma traf zum 16:19 und die Gastgeberinnen gingen in Manndeckung über, womit wir in der
Vergangenheit immer wieder Probleme hatten. Brandenburg verkürzte auf 17:19 Tore und wir nahmen 30
Sekunden vor Ende unsere letzte Auszeit in Anspruch. Jasmin sollte den Ball erhalten und diesen mit
ihrer Ballsicherheit und Wendigkeit in unseren Reihen behaupten. Bei 59:40 Spielminuten gelang ihr sogar
noch das umjubelte 20. Tor des HSV. Drei Sekunden vor Abpfiff verkürzten die Brandenburgerinnen noch
einmal auf 18:20 Tore, was allerdings nur noch Ergebniskosmetik bedeutete.
Fazit:
Vor dem Match nahmen wir uns vor, als Mannschaft aufzutreten, um mit einem positiven Ergebnis die
Heimfahrt anzutreten. Dies gelang uns, auch wenn so manches mitgereiste Elternteil den Vorrat an
Beruhigungsmitteln schon vor Spielende aufgebraucht hatte.
Das Spiel war vom Anfang bis zum Ende sehr ausgeglichen und umkämpft, mit einem kleinen Vorteil auf
unserer Seite; die knappe Führung hätte jeder Zeit in einen Rückstand kippen können. Der Grundstein
wurde auch hier wieder in harter, aber nicht unfairer, Defensivarbeit gelegt (ohne 2-Minuten-Strafen).
Durch eine gute Beinarbeit und ballseitiges Verschieben konnten immer wieder Lücken im Abwehrverband
geschlossen werden, so dass sich die Brandenburger Mädchen meistens zwei Abwehrspielerinnen
gegenübersahen. [Trainerweisheit: “Bewegen sich die Füße/Beine, kommt der Körper automatisch
hinterher und die Lücke wird geschlossen!“ – Naturgesetze aus der Physik, können auch unsere Damen
nicht außer Kraft setzen :-)]
Weiterhin agierte unsere Torwächterin siegbegründend. Hatte sich eine Brandenburger Dame durch eine
gute Spielaktion durchgetankt, stand da unsere Maike meist Gold richtig und parierte, was zu halten war.
Damit konnte sie sich für ihre Spielsperre, welche zwar regelgerecht, aber unter Würdigung der Ursachen
und Gesamtumstände ganz sicher ungerecht war, rehabilitieren.

In unserem Angriffsspiel haben einige trainierte Auftakthandlungen funktioniert. Wenn das einmal nicht
der Fall war, wurde sich ein Herz gefasst, und versucht, mit direkten Aktionen erfolgreich zu sein. Zwar
gelang hier nicht alles, aber nur, wenn man es versucht und umsetzt kann eine Weiterentwicklung
stattfinden. Langsam kommt dies in den Köpfen der Mädchen an, auch das eine dynamische
Rückwärtsbewegung nach offensiver Fehlaktionen unerlässlich ist.
Im Endeffekt haben sich unsere Damen diese zwei Punkte redlich verdient! Wenn die gezeigte
Leidenschaft weiter gezeigt und ausgebaut werden kann, wird das Erreichen des Vize-Meistertitels zum
Saisonende möglich sein.

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike (im Tor) – Gina Ro. (1) – Paula – Gina Re. (3) – Rieke (1) – Sonja
– Emma (2) – Lena (1) – Isabella (1) – Jasmin (4) – Johanna (7).