Fronten im letzen Heimspiel des Jahres geklärt

Borgsdorf, 14.12.2019 Brandenburgliga – weibliche Jugend A – HSV Oberhavel gegen HSV Falkensee – 20:27 (10:13)

Zum letzten Spiel des Jahres empfingen unsere Krokodamen den Ligaprimus aus Falkensee im heimischen Borgdorfer Keller. Eine Revanche für die knappe Auswärtsniederlage im September gelang dem HSV Oberhavel an diesem Tage nicht. Dabei sah es bis zur Halbzeitpause gar nicht schlecht aus. So richtig absetzten konnte sich keines der HSV Teams. 10:13 stand auf der Anzeige, als die beiden gut leitenden Schiedsrichter zum Pausentee pfiffen.

Im zweiten Durchgang wurde dann aber schnell klar, warum Falkensee in der Liga bisher alles weggefegt hatte. Sie lassen den Ball einfach schnell und vor allem sicher laufen. Spielen meist geduldig, bis sich eine Lücke in der Abwehr auftut. Dann kommen sie zu Toren oder werden gestoppt, was zu unzähligen berechtigten Strafwürfen und oftmals auch zum dezimieren des Gegners führt. Allein an diesem Samstag erspielten sich die Falkenseer so neun 7 Meterwürfe wovon sieben auch verwandelt wurden. Durch ihre konsequente Spielweise erhalten die Gartenstädter ligaweit mit Abstand die meisten Strafwürfe, die dann auch sicher mit einer Quote von über 80 Prozent verwandelt werden.

Fehler im Angriff und dieses Mal teilweise auch einfache technische Fehler vom Heimteam wurden durch schnelle Tempogegenstöße bestraft. Unsere Mädels bekamen in Halbzeit Zwei einfach keinen Zugriff mehr auf den Gegner. Die Gäste setzten sich so Tor um Tor weiter ab. 20:27 lautete am Ende der deutliche Spielstand. Falkensee zeigte einmal mehr, dass sie die Liga kontrollieren und nun kein Weg mehr an ihnen vorbei führt, was die Meisterschaft angeht.

Unsere Mädels haben die Heimniederlage moralisch aber gut weggesteckt. Sie sind eines – wenn nicht sogar das jüngste Team in dieser Liga und müssen lernen. Auch am diesem Tag traten sie wiedermal einer Mannschaft entgegen, die mit einem Altersdurchschnitt von knapp 17 Jahren (HSV Oberhavel: 16) deutlich mehr Erfahrung mitbringt. Der Kopf muss weiter oben bleiben. In bestimmten Phasen eines Spiels müssen sie lernen, schneller Geschehnisse abzuhaken und sich wieder zu konzentrieren, um die nächste Aktion erfolgreich anzugehen.

Falkensee gratulieren wir jetzt schon zur A Jugend Meisterschaft. Es wird wohl keiner Mannschaft in dieser Liga mehr gelingen, dieses souverän aufspielende Team zu bezwingen.

Besonders bedanken möchten wir uns nochmals bei der gut haltenden Pauli, die Maike für dieses Spiel vertrat. Maike wurde auf Grund der Disqualifikation mit Bericht beim Auswärtsspiel in Wildau gesperrt…

Für den HSV Oberhavel spielten: Pauli (Tor) – Gina Ro. (1), Gina Re. (5), Rike (1), Sonja (2), Emma, Lena (2), Isabella (1), Hellen, Jasmin (3), Johanna (5)

..ein paar ehrliche Anmerkungen noch zu diesem – nach meiner Meinung – Skandalspiel am 8.12. in Wildau.

Auch nach mittlerweile zehn Tagen konnte ich die Geschehnisse dort nicht so richtig verarbeiten. Alle am Handballspiel beteiligten Personen, ob es nun Spieler, Trainer oder Schiedsrichter sind, machen Fehler. Besonders Schiedsrichter stehen dann immer (meist zu Unrecht) im Fokus leidiger Diskussionen. Jedem sollten Fehler zugestanden werden! Jeder Beteiligte hat mal einen schlechten Tag, spielt schlecht, trifft falsche Entscheidungen an der Seitenlinie oder übersieht auf dem Spielfeld eine Situation oder schätzt sie falsch ein. Was  allerdings überhaupt nicht geht, ist, dass zwei neutrale Personen ihre Neutralität verletzen. Meiner Meinung nach durfte am 8.12. in Wildau nur ein Team gewinnen – und zwar das Heimteam. Das Regeln neu definiert werden (Freiwurf für das Heimteam nach einem falsch ausgeführten Anwurf, weil die Spielerin mit einem Fuß auf der Mittellinie stand und mit einem im gegnerischen Feld), das „Geschmäckle“, weil man den Heimtrainer vor dem Spiel öffentlich herzlich umarmte zur Begrüßung, das man ein Fuß-Spiel nicht ahndet (der Ball ist ja noch im Spiel, also geht’s weiter) – geschenkt. Was meiner Meinung nach aber überhaupt nicht geht ist, dass Schiedsrichter in einem Jugendspiel nicht darauf achten, was von der Heimtribüne aufs Feld gerufen wird. Wie sollen 16/17 – zum Teil noch 15 jährige junge Spielerinnen sich aufs Handball spielen konzentrieren, wenn sie vom heimischen Pöbel Beleidigungen und Diffamierungen erfahren. Die Schiedsrichter standen ebenfalls auf dem Spielfeld und mussten! solche Worte gehört haben. Die Ordner waren zur zweiten Halbzeit schon längst nicht mehr im Block der heimischen Fans…nein, ich ziehe dieses Wort zurück. Ihr habt dieses Wort „Fan“ nicht verdient! Leider haben die mitgereisten Oberhavel-Eltern mehr mit den engagierten Heimordnern und den fragwürdigen Entscheidungen der beiden Schiedsrichter zu tun gehabt, als das man von diesen nachfolgend aufgeführten Zurufen an unseren Mädels etwas mitbekommen konnte.

  • „kleine Schlampe“
  • „Aggro Braut“
  • „deck mal die hässliche mit der Brille“
  • „den verwirfst du dickes Ding eh wieder“
  • „die soll mal nicht heulen jetzt/schauspielern können die besser als Handball spielen“

Gerade beim letzten Spruch, als Sonja mit Atemnot verletzt am Boden lag, nachdem sie einen Ellenbogen der Angreiferin in den Bauch gerammt bekommen hatte, steigt jetzt noch wieder Wut in mir auf. Wie können teilweise erwachsene Menschen so etwas tun?

Das dann in dieser Situation einer jugendlichen Spielerin die Nerven durchbrennen und sie sich verbal gegen diesen pöbelnden Mob zur Wehr setzt…das kann sicher jedes Elternteil nachvollziehen. Der Schiedsrichter allerdings nicht und zeigte umgehend die rote Karte mit anschließender blauer Infokarte – das Zeichen für einen schriftlichen Bericht.

Auch wenn wir das hier nur symbolisch können, zeigen auch wir die rot/blaue Karte und zwar gegen das heimische Wildauer Publikum, gegen den meiner Meinung nach nicht neutralen und ekpathischen Schiedsrichter und das fragwürdige Wildauer Ordnerteam. Selbst ein älterer Wildauer Herr war machtlos und entschuldigte sich beim HSV Oberhavel. Der Sport geriet an diesem Tag zur Nebensache. Der HSV Oberhavel verlor dieses Spiel knapp mit 18:21. Drei Tore zum Unentschieden, vier zum knappen Sieg…manchmal entscheiden kleine Dinge im Leben…

In einem Spiel was zwei Mannschaften auf Augenhöhe bestritten, zählen dann auch mal andere Faktoren für das Endresultat!