Erster Auswärtssieg der Saison!

geschrieben von Marcus D.

Ahrensdorf, 23.11.2019 Brandenburgliga – weibliche Jugend A | HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst – HSV Oberhavel – 16:20 (9:10)

Wenn man auf die letzte Saison 2018/2019 zurückschaut, kann man gut erkennen, dass uns Begegnungen in der Fremde nicht besonders liegen (sechs Niederlagen, ein Unentschieden, drei Siege). Gründe hierfür sind zum einen, dass wir unser gesichertes Umfeld, den „Borgsdorfer Keller“ verlassen und zum anderen, als nicht zu unterschätzender Faktor, dass wir auch den Einflüssen der gastgebenden Tribüne unterliegen. Da auch in dieser Saison unser bisher einziges Auswärtsspiel in Falkensee verloren ging, stand für den Tross aus Oberhavel am vergangenen Samstag eine interessante Aufgabe an. Bei der HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst durften unsere Damen beweisen, dass sie sich diesbezüglich weiterentwickelt haben.

Einen weiteren Faktor galt es zu berücksichtigen: für einige Spielerinnen kommt aktuell der Umstand hinzu, dass sie jetzt, nach erworbenen Führerscheinen (geleitet durch die wachsamen Augen der Eltern), selbständig zu den Auswärtsspielen anreisen. Dies hatte zur Folge, dass die eine oder andere Hand beim Betreten der Kabine feucht war und auch entsprechend Aufregung herrschte, was ein fröhliches Geschnatter nach sich zog. (Wir hoffen inständig, dass besagte Eltern die An- und Abreisen auch gut überstanden haben!) Hier mussten die Ladys wieder fokussiert werden.

Zur Einstellung auf das Spiel, in der vergangenen Trainingswoche, wurde unseren Krokodildamen verschwiegen, dass in Ahrensdorf mit Unterstützung von Harz gespielt wird. Manchmal muss das Trainerteam Dinge für sich behalten, damit einige Spielerinnen sich nicht schon Tage vorher den Kopf zerbrechen, denn in der vergangenen Saison konnten wir keine guten Harz-Erfahrungen sammeln.

In der Teambesprechung vor Anpfiff wurde herausgestellt, dass wir dem Gegner unser Spiel aufdrängen und beherzter agieren wollen, als zuletzt gegen Bad Freienwalde. Dass das nicht einfach wird, war allen Beteiligten bewusst, denn wir kannten die Gegnerinnen aus dem Landkreis Teltow-Fläming noch nicht. Nur mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung können wir derzeit auswärts bestehen.

Die Partie begann sehr ausgeglichen: zwei gleichwertige Teams, die sich nichts schenkten, trafen aufeinander. Bis zum Spielstand von 3:3 Toren hielt uns Jasmin allein im Spiel. Anschließend, nachdem sich auch die verbleibende Mannschaft ins Offensivspiel einbrachte, konnten wir uns auf 3:6 Tore absetzen. Unsere Verteidigung machte einen soliden Job, wobei allerdings zu viele zweite Bälle beim Gegner landeten. Die daraus resultierenden einfachen Tore brachten die Gastgeber beim Stand von 6:7 Toren wieder auf Schlagdistanz heran. In den verbleibenden 13 Spielminuten der ersten Halbzeit konnte sich kein Team einen Vorteil herausspielen. Das gute Schiedsrichtergespann Manja Berger/Uwe Peter vom SV Blau-Weiß Dahlewitz bat beim Spielstand von 9:10 Toren in die Pause.

Nach dem ersten Spielabschnitt war festzustellen, dass trotz einer sehr guten Torfrau bei den Gastgebern 14 Fehlwürfe aus Oberhavel-Sicht einfach zu viele waren. Viele Angriffsbemühungen wurden zu statisch vorgetragen. Allerdings, wenn wir uns ohne Ball bewegten und in Lücken der gegnerischen Verteidigung stießen, waren wir erfolgreich! Die knappe Führung geht für uns dem Grunde nach in Ordnung, es hätte aber auch anders aussehen können.

In der Spielunterbrechung schworen wir uns noch einmal gegenseitig ein: Das Spiel war noch lange nicht gewonnen, nur über eine intensive Defensivarbeit würde am Ende ein Sieg zu Buche stehen. In der Abwehr dürfe nicht nachgelassen werden, auch war es erforderlich, die Chancenauswertung zu verbessern.

Spannend war zu beobachten, was unsere Kroko-Damen nach dem Pausentee umsetzten. -JA- Das Vorgenommene wurde bewerkstelligt: die Verteidigung wurde viel stabiler und im Verbund konnte Maike im Tor auch einige Bälle entschärfen, die vom Gegner schon im Tor geglaubt wurden. Defensiv wurde gemeinsam geackert und gerackert, die Früchte unserer Arbeit waren deutlich zu erkennen. Unsere Krokodile verteidigten teilweise grandios, Ahrensdorf/Schenkenhorst musste für jeden Torerfolg sehr viel investieren. Das konzentrierte und kompromisslose Agieren hatte zur Folge, dass den Gastgeberinnen mehrfach passives Spiel angezeigt wurde und diverse Fehlpässe passierten. Auch unsere Angriffsbemühungen stabilisierten sich nach 9 gespielten Minuten der zweiten Halbzeit: nach Ballgewinnen trugen wir meist be- und durchdachte Angriffe vor. Dem entsprechend konnte unser Vorsprung immer weiter ausgebaut werden (11:13, 12:15, 13:17 Tore). Beim Spielstand von 14:19 Toren, nach 56 gespielten Minuten, war die gastgebende Gegenwehr gebrochen. Die HSG verkürzte noch auf 16:19 Tore, bevor Lena quasi mit Abpfiff unser finales Tor zum 16:20 Sieg erzielen konnte.

Unter dem Strich haben sich unsere Damen die zwei Auswärtspunkte redlich verdient. Und es gab positive Effekte zu beobachten:

– Das Team scheint mannschaftlich noch enger zusammengerückt zu sein.

– Wiederholt in dieser Saison (bereits gegen Brandenburg-West in eigener Halle) konnte eine Verteidigungsarbeit auf aller höchstem Niveau gezeigt werden.

– Die Konzentration und Spannung konnte über die gesamte Spielzeit, auch in Halbzeit Zwei, hoch gehalten bzw. weiter erhöht werden.

 

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike (im Tor) – Jasmin (6) – Gina Re. (4) – Sonja (2), Lena (2), Isabella (2) – Gina Ro. (1), Rieke (1), Emma (1), Johanna (1) – Hellen.

Jetzt, nach Abschluss der Hinrunde, bereiten wir uns gemeinsam auf eine hoffentlich erfolgreiche zweite Saisonhälfte vor.

Diese startet für uns am Sonntag, den 08. Dezember. Um 12:00 Uhr treten wir beim starken HSV Wildau 1950 an. Hier wird noch einmal eine Steigerung von Nöten sein, um zu gewinnen. Zu Hause siegten wir zum Saisonauftakt nur knapp mit 21:20 Toren. Also, lasst es uns angehen!