Falkensee ist nicht ganz dicht…

Falkensee, 21.09.2019 Brandenburgliga – weibliche Jugend A – HSV Falkensee gegen HSV Oberhavel – 24:21 (10:10)

…zumindest das Hallendacht!!! , der neuen Stadthalle in Falkensee scheint durchlässig zu sein. Die großzügigen Tribünen rundherum wurden gesperrt und so mussten es sich die heimischen und auswärtigen Fans auf Bänken am Spielfeldrand bequem machen. Was beiden Fanlagern geboten wurde, war ein über weite Strecken ausgeglichenes und spannendes Handballspiel, zweier gleichwertiger Mannschaften. Auch in ihrem ersten Auswärtsspiel, traten unsere Mädels wieder einer älteren gegnerischen Mannschaft gegenüber (16,1 zu 16,75 Durchschnittsjahre). Traditionell war es immer schwer für unsere HSV Oberhavelmannschaften in Falkensee zu bestehen oder ein ordentliches Spiel abzuliefern und auch dieses Mal fuhr die Mannschaft mit gemischten Gefühlen in die Gartenstadt. Das junge Team musste auf Sonja und Hellen (Klassenreise), Emmi (noch verletzt) und Klausi (private Verpflichtungen) verzichten. Dennoch erwischten unsere Ladys einen gelungenen Start. Nach nicht einmal 20 Sekunden klingelte es im Gehäuse der Falkenseer Damen. Gina Re. schloss erfolgreich den ersten Angriff ab. Im Gegenzug – exakt 10 Sekunden später netzte die hochgewachsene Falkenseer Aufbauspielerin ein. Wieder war es Gina Re. und anschließend Johanna, die eine erstmalige Zwei-Tore-Führung erzielten. Diesen Abstand erreichte unser Team nochmals in der sechsten Minute mit dem 4:2. Falkensee egalisierte diese Führung dann allerdings in der achten Spielminute und ging erstmals kurz darauf in Führung. Unsere Mädels blieben aber dran und ließen die Hausherrinnen auf der äußerst glatten Spielfläche nicht weiter davonziehen. Isabella – in der Vorwoche unsere erfolgreichste Torschützin, kam in der 12. Spielminute auf die Platte. Sie machte genau da weiter, wo sie gegen Wildau aufgehört hatte und schloss Sekunden später erfolgreich ab. Ein weiterer Treffer von ihr stellte den Ausgleich zum 7:7 in der 15 Minute her. Die Falkenseer Rückraum-Shooterin indes, hatte ihr Pulver bereits größtenteils verschossen. Zum einen klappte die persönliche Manndeckung dieses Mal besser. Lena zeichnete sich hier als besonders effektiv aus. Nach Einschätzung ihrer handballerfahrenen Mutter war das genau Lenas Ding. Des Weiteren wurde schon während der Erwärmung deutlich, dass sich die Falkenseer Spielerin mehr mit dem „tanzenden Warmmachen“ und dem DJ-Pult beschäftigte als mit Handball. Auf jeden Fall war ihre Zielgenauigkeit nicht mehr gegeben und Lena tat das Übrige. Aber diese eingespielte Falkenseer Mannschaft zeichnet sich nicht nur durch ihre großgewachsene Rückraumspielerin aus und so konnten die Gastgeberinnen einen Zwei-Tore-Vorsprung wieder herausarbeiten. Johanna stellte zehn Minuten vor der Halbzeitpause mit einem wuchtigen Distanzwurf den Anschluss her und anschließend war Isa wieder zweimal erfolgreich. Die knappe Führung konnte das Oberhavelteam leider nicht in die Pause mitnehmen. Kurz vor dem Pausenpfiff glichen die Gartenstädterinnen wieder aus. Auffällig schon in der ersten Halbzeit, dann aber besonders im zweiten Durchgang: Die beiden Unparteiischen nahmen es auf Seiten der Falkenseerinnen nicht allzu genau, was die Anzahl der Schritt anging…

Die ersten Minuten des zweiten Durchgangs verliefen noch recht positiv und glichen der ersten Hälfte. Falkensee ging in Führung, Oberhavel glich aus und ging anschließend mit 12:11 in Führung. Wieder der Ausgleich zum 12:12. Nun wurde erkennbar, dass unsere Mädels im Umschaltverhalten – entweder in den Angriff oder in die Abwehr hinein – noch deutliche Defizite aufweisen. Die Gastgeberinnen konnten so leichte Tore erzielen. Falkensee setzte sich langsam aber sicher ab und verzeichnete eine 14:12 Führung. Dem vorerst letzten Anschlusstreffer durch Johanna zum 13:14 folgten drei weitere Falkenseer Torerfolge. 17:13 hieß es nach 43 Minuten. In dieser Phase des Spiels agierte unser junges Team kopflos. Überhastet abgeschlossene Angriffe, nicht platzierte Torwürfe und eine Abwehr ohne die notwendige flinke Beinarbeit offenbarten sich. In dieser Phase wäre eine erfahrene und abgeklärte Führungsspielerin nötig.

Im letzten Artikel hatten wir es bereits angekündigt. Im Hintergrund arbeitete das Trainerteam an eine weitere Verstärkung. Mit Luisa B. darf der HSV Oberhavel nun ihren letzten Neuzugang präsentieren. Luisa spielt Handball seit dem sie laufen kann. Sie ist beim Berliner Handballverein Pro Sport Berlin 24 e.V. aktiv und fester Bestandteil des Frauen Oberligateams. Mittels Gastspielrecht, was dank der schnellen Antrags- und Bestätigungsbearbeitung der Handballverbände Brandenburg und Berlin realisiert wurde (vielen Dank an dieser Stelle nochmals), wird sie unser junges Team verstärken, wenn die Frauenmannschaft von Pro Sport nicht zeitgleich spielt. Auch ein riesiges Dankeschön an Pro Sport für die Freigabe des Gastspielrechts. Nun wäre es fast soweit gewesen, dass Luisa am Samstag in Falkensee hätte auflaufen können. Freitagabend dann die bittere Absage. Ein Arbeitsunfall (kein Witz: ein Rind trat Luisa auf den Fuß…) kam dazwischen. So konnte Luisa weder für Pro Sport noch für den HSV Oberhavel das Handballtrikot anziehen. An dieser Stelle gute Besserung Luisa.

Die Erfahrungen von Luisa in solchen Spielmomenten hätten unsere Mädels nötig gehabt. Sie können handballerisch schon recht viel, nur manchmal können sie es nicht umsetzen. Dann benötigt man jemanden, der ein junges Team durch diese Phase führt.

„Abschlachten“ ließen sich unsere Oberhavel-Ladys aber bei Weitem nicht. Ein Tor durch Jasmin und anschließend durch Emma verkürzte den Abstand wieder auf 15:17. Leider – aber berechtigt, musste Emma anschließend für 2 Minuten in die Strafbox. Falkensee gelang im Überzahlspiel nur ein Strafwurf im Kasten vom Maike zu versenken, hingegen erkämpften sich unsere Krokodile den Anschlusstreffer zum 17:18 in der 47. Spielminute. Im Gegenzug – wieder ein Siebenmeter. Die sichere Strafwurfschützin verwandelte zum 19:17 und hatte bereits eine Minute später gleich den nächsten 7 Meterwurf zugesprochen bekommen. Diesen sechsten Wurf allerdings konnte sie nicht verwandeln. Überhaupt war das Strafwurfverhältnis (Falkensee: 8 |Oberhavel: 2) sehr unausgeglichen. Hauptsächlich war dies natürlich der schon angesprochenen schlechten Deckungsarbeit unserer Mädels zu „verdanken“, zum Anderen aber sicher auch eine nicht hundertprozentige gleiche Auslegung der Referees.

Den Ausgleich konnte der HSV Oberhavel nicht mehr herstellen, dran blieben die Mädels bis zum Schluss aber dennoch. Lena blieb der letzte Torerfolg des Spiels zum 21:24 vergönnt – nur um sich Sekunden vor Schluss noch zu verletzen. Ein Einsatz nächste Woche zu Hause zum nächsten Heimspiel steht aber wohl nichts entgegen.

Nach dem Spiel fasste es Reiner folgendermaßen zusammen: Die erste Halbzeit war gut. Die technischen Fehler hielten sich in Grenzen. Von da aus war das 10:10 für mich in Ordnung. Was für mich deutlich zum Vorschein gekommen ist, dass unser Umschaltverhalten deutlich verbessert werden muss. Hier hat Falkensee zu einfach eingenetzt. Aufgefallen ist auch das wir in der Abwehr noch viel an der Beinarbeit arbeiten müssen, es wird zu viel seitlich mit dem Oberkörper gearbeitet. Somit sind auch die 7m gegen uns berechtigt, verschieben wir schnell, stehen wir vor dem Angriffsspieler und die Welt ist schön. Ja die Halle war glatt, aber auch für Falkensee und da waren die Damen einen Schritt weiter als unsere Mädels. Die Fehlwurfrate war auch deutlich zu hoch, hier ist der Blick zu schulen, wo der gegnerische Torwart steht. Meist haben wir ihn wie beim Dosenwerfen getroffen oder er hat sich in eine Ecke zum fangen gestellt. Was auch deutlich aufgefallen ist, ist das in der zweiten Hälfte der Kopf nicht mitgespielt hat. Hier fehlt noch die nötige frische, Konzentration und Abgeklärtheit bei den Mädels. Ja sie können auf alle Fälle in der A Jugend bestehen und die Gegner sind schlagbar. Falkensee sprühte auch nicht vor Spielwitz, spult aber das Programm ab was sie können.“

Gleich am kommenden Wochenende kommt es zum dritten Saisonspiel. Zu Hause, im Borgsdorfer „Keller“ empfangen unsere Krokodildamen die Mannschaft aus Brandenburg/Havel. In der letzten Saison wurde das Havelteam in der B Jugend zwar Tabellenletzer, allerdings setzt sich die Mannschaft nun auch aus Oberligaerfahrenen A Jugendlichen zusammen. Sicher ein weiterer Meisterschaftfavorit, der zu Hause bespielt werden muss. Los geht es für die Mädels um 14 Uhr. Vorher spielen bereits die Oberhavelteams der männlichen C Jugend (Oberliga- Heimdebüt gegen Cottbus) und die männliche Jugend B gegen Perleberg.

Zum Schluss möchten wir den Falkenseern noch einen ernstgemeinten und einen nicht allzu ernstgemeinten Tipp mit auf dem Weg geben.

Kaugummi kauen während eines Handballspiels ist ein NO GO. Nicht nur, dass man dadurch weniger bzw. unregelmäßiger Luft bekommt und es somit rein sportlich keinen Sinn ergibt, es ist gefährlich! Handball ist ein intensiver Kontaktsport. Wie schnell kann es passieren, dass unabsichtlich eine Hand oder ein Arm an den Hals des Gegners gelangt? Verschluckt man hierbei den Kaugummi und gelangt er dabei gar in die Luftröhre ist das Geschrei in der Halle groß. Die Erstickungsgefahr ist da fast vorprogrammiert. Wir wünschen so eine Situation keinem Spieler und auch als Anwesende möchte man mit so einem lebensbedrohlichen Fall nicht konfrontiert werden. Also, liebe Falkenseer: Nutzt doch lieber zukünftig eure Kaugummis für das Hallendach eurer tollen Sporthalle. Dann bleibt der Regen draußen und die Zuschauer können sich wieder auf der Tribüne verteilen… 😉

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike (Tor) – Gina Ro. (1), Paula, Gina Re. (4), Rike (1), Emma (2), Lena (1), Isabella (4), Jasmin (3), Johanna (5)

Spiel aus Sicht des Gegners