Alles wieder „auf Anfang“

Borgsdorf, 14.09.2019 Brandenburgliga – weibliche Jugend A – HSV Oberhavel gegen HSV Wildau – 21:20 (11:7)

Das Spielerkarussell drehte sich zum Abschluss der letzten Saison wieder einmal für die weibliche Jugend B des HSV Oberhavel. Zwar verließen dieses Mal nicht sieben Spielerinnen die Mannschaft, wie es nach der Saison 2017/2018 der Fall war, dennoch musste die Mannschaft ums Trainerteam Groß und Klaus vier Spielerinnen verabschieden. Über Yani, die bereits während der Saison auf Grund von sportmedizinischen Aspekten die Handballschuhe an den Nagel gehangen hat, haben wir bereits in einem extra Artikel geschrieben. Dennoch ist sie weiterhin eng mit der jetzigen Mannschaft verknüpft.

Unser Torwart-Urgestein Pauli haderte lange mit ihrer Entscheidung. Auf der einen Seite der Handball und auf der anderen Seite die Schule. Letztendlich entschied sie sich für Letzeres. Vollkommen nachvollziehbar, dass sich ein junger Mensch auf das Wichtigere der beiden Dinge konzentrieren möchte. Es wird zwar eine leistungsbezogene Ausrichtung vorgegeben und gelebt, dennoch ist und bleibt es Amateurhandball. Fürs Team ist der sportliche Verlust von Pauli besonders bitter. Maike als einzig verbliebene Torhüterin hat in dieser Saison ein großes Paket zu tragen. Es zeugt schon von einer gewissen Reife, dass sich ein junger Mensch für die Pflicht anstatt für den grundsätzlichen Spaß entscheidet. Pauli – alles Gute und viel Erfolg. Dennoch hat sie sich nicht komplett abgemeldet. Ihr Spielerpass ist nach wie vor aktiv und sollte die Notwendigkeit eintreten, hofft die Mannschaft, dass Pauli ans Telefon geht und aushelfen wird.

Anna wechselte im Sommer 2018 vom Ortsnachbarn aus Oranienburg zu uns, um eine neue sportliche Perspektive zu finden. Die talentierte Kreis- und Außenspielerin entwickelte sich bei den Krokodilen gut, dennoch wurde sie nicht richtig glücklich beim HSV Oberhavel. Nach nur einer Saison ging sie wieder zum OHC zurück.

Ein weitere Spielerin, die das Handballspielen beim HSV Oberhavel von der Pike auf gelernt hat, ist Alisha. Bis zur B Jugend durchlief sie alle Jugendmannschaften. Die quirlige Aufbauspielerin hat enormes handballerisches Talent. Ihre Entscheidung, zum Berliner TSC zu wechseln, stimmt den Verein traurig und dennoch können und wollen wir ihre Entscheidung respektieren. Dort hat sie natürlich noch andere Möglichkeiten. Die Pankower Handballer spielen mit ihrer ersten B Jugendmannschaft eine Etage höher als der HSV. In der Oberliga kann sie sich beweisen und sicher noch weiter entwickeln. Solltest du dennoch einmal „Heimweh“ bekommen, die HSV Türen stehen für dich jederzeit offen.

Dass sich Alisha – genauso wie Yani und Pauli noch mit ihrem HSV Oberhavel identifizieren können, sah man am vergangenen Samstag. Alle drei besuchten das erste Saisonspiel unserer, nun in der A-Jugend antretenden, Mädels in der Borgsdorfer Sporthalle.

Sie sahen dabei auch die drei Neuzugänge des Teams. Mit Paula kehrt eine alte Bekannte wieder zu ihrem Heimatverein zurück. Nach ein paar Saisons bei den Motoren in Hennigsdorf verschlägt es die junge talentierte Aufbauspielerin wieder zurück nach Hohen Neuendorf. Viel Eingewöhnungszeit benötigte Paula nicht – da sie eigentlich nie so richtig weg war. Wie Paula, wurde auch der zweite „Neuzugang“ sofort im Team herzlich aufgenommen. Emmi, die ebenfalls in Hennigsdorf zwischenzeitlich Handball spielte, kehrt ebenfalls zum Krokodilclub zurück. Auf der Kreisposition wird sie die Mannschaft sicher weiter verstärken können. Auch das Trainerteam Philipp und Reiner erhalten Verstärkung. Der alte Bernauer Trainerhase Marcus macht aus dem Erfolgsduo vom letzten Jahr, nun ein hoffentlich erfolgreiches Dreigestirn (abwarten wer von den Dreien nun „der Prinz“, „der Bauer“ und wer „die Jungfrau“ ist… 🙂 ).

Der „Transfermarkt“ ist damit fast abgeschlossen. Mit einer weiteren spielerischen Verstärkung wird zurzeit noch im Hintergrund gearbeitet. Läuft alles nach Plan, kann diese Spielerin vielleicht schon am kommenden Wochenende zum Team dazu stoßen. Momentan hängt alles vom Verband ab.

Aber nun genug der Einleitung und des zwischensaisonalen Updates. Die Saison hat am vergangenen Samstag mit einem Heimspiel, gegen den HSV Wildau, in heimischen Gefilden begonnen. Unsere, sicher mit Abstand, jüngste Mannschaft in dieser A Jugendliga schlug sich dabei recht ordentlich, gegen ein erfahrenes Team aus dem Dahme-Spreewald-Kreis. Die Wildauerinnen konnten in dieser Zusammensetzung schon im letzten Jahr die A Jugendsaison bestreiten und haben einen Altersdurchschnitt von 17,5 Jahren – hingegen ist dieser älteste Jugendbereich für unser Kükenteam (Altersschnitt 16 Jahre) Neuland. Die ersten 30 Minuten (ja, auch an die längere Spielzeit müssen sich unser Team erst einmal gewöhnen) waren dabei die Besseren im Vergleich zur zweiten Halbzeit. Das erste Saisontor sicherte sich Isabella. Johanna legte mit einem Strafwurf nach. Erst nach fast fünf gespielten Minuten gelang den Gästen der Anschluss und wenig später durch ihre torgefährlichste Rückraumschützen (am Ende waren es 9 Tore) der Ausgleichstreffer. Generell wusste das Trainerteam, dass im A Jugendbereich vermehrt mit Rückraumwürfen zu rechnen ist. Auf Seiten der Krokodile war an diesem Tag besonders Isabella dafür verantwortlich. Die temperamentvolle Linkshänderin, mit kubanischem Blut in ihren Adern zeigte ihr Können und freute sich am Ende über sieben erfolgreiche Treffer. Das diese Saison nicht nur der Rückraum eine starke Waffe zu sein scheint, zeigten auch etliche sehenswerte Kreisanspiele, die von Sonja gekonnt eingenetzt wurden. Bis zum Spielstand von 3:3 blieben die Gäste dran, dann aber zogen die Krokodile ein wenig an und konnten einen leichten Vorsprung heraus arbeiten. Über die Stationen 5:3 (11. Minute), 7:4 (18. Minute) und 8:6 in der 20. Minute, nahmen die Oberhavel Trainer die Auszeit, um ihr Team für die letzten 10 Minuten der ersten Halbzeit neu zu ordnen. Erfolgreich – bis zum Pausenpfiff konnte der Vorsprung sogar auf vier Tore ausgebaut werden. Mit einem Halbzeitstand von 11:7 ging es in die Kabinen.

Mit Beginn der zweiten Hälfte legten sich die beiden torhungrigsten Spielerinnen gleich wieder mächtig ins Zeug. Zuerst Isabella und anschließend zweimal die Nummer 19 aus Wildau, stellten den Zwischenstand von 12:9 in der 32. Minute her. Auch wenn unsere Damen, in der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit, weiter erfolgreich im Abschluss waren, wurden dann doch einige Defizite vom Trainerteam ausgemacht. Das Umschaltverhalten nach Ballgewinnen ist mehr als ausbaufähig. Gefällig tragen unsere Mädels das Spielgerät zwar nach vorn, allerdings ist dann ohne viel Übersicht für die freie Spielerin und generell stets an der 10 Meterlinie vor der Abwehr Schluss mit Tempohandball. Automatisch wird dann wieder ins statische Aufbauspiel gewechselt. Dieser Automatismus muss schnellstens abtrainiert werden, um dann aussichtsreiche Möglichkeiten besser zu nutzen. Des Weiteren sollte die „masochistische Ader“, die unsere Mädels an den Tag legen ebenfalls geändert werden. Anstatt auf die entstehende Lücke in der Abwehr zu stoßen, suchen die Spielerinnen noch zu oft den unnötigen Kontakt mit dem Gegner.

Den erarbeiteten Vorsprung konnten sie trotz alledem halten und so stand es zwanzig Minuten vor Spielende 16:10 fürs Heimteam. Das 16. Tor wurde gar in doppelter Unterzahl von Gina Re. erzielt. Dann aber nahm sich das Heimteam eine Torwurf-Auszeit. Der Gast aus Wildau Netze viermal hintereinander ein – 16:15 und das Zittern begann. Noch 13 Minuten zu spielen, Emma behielt die Nerven und erhöhte auf 17:15. Die Gäste ließen sich vorerst  nicht abschütteln und verkürzten. Beim Zwischenstand von 18:16 hielt zudem Maike einen Strafwurf und hielt ihr Team so weiter auf Abstand zum Gegner. Zwei weitere Heimtorerfolge durch die Rückraumschützen Isabella und Gina Re. bescherte den 20:16 Torestand auf der Anzeigetafel. Apropos Anzeigetafel – technische Probleme ließen keine Spielzeitanzeige mehr zu – nur der Stand konnte den Zuschauern übermittelt werden. Dem eh schon spannenden Spiel wurde nun auch eine nicht öffentliche Zeit hinzugesetzt. Den Fans wurde hier Einiges „zugemutet“…

Obwohl der alte Vorsprung von vier Toren wieder hergestellt werden konnte, blieben die letzten 5 Minuten dieser Partie mitreißend. Dafür sorgte der sich nie aufgebende Gast. Wildau erzielte 109 Sekunden vor dem Schlusspfiff den Anschlusstreffer zum 21:20. Unser „Dreiergestirn“ nahm die folgerichtige Auszeit. Nun galt es Ruhe zu bewahren – den Ball nicht mehr herzugeben – keinen technischen Fehler zu begehen oder einen verfrühten Abschluss zu suchen. Im Stile einer abgeklärten erfahrenen Mannschaft, schaffte es das junge Team über die Zeit. Der erste Saisonsieg gegen eine gut aufspielende viel erfahrene Wildauer Mannschaft war perfekt. Knapp war es zwar am Ende, aber dennoch bleiben die Punkte in Oberhavel und das sicher nicht ganz unverdient.

Schon am kommenden Wochenende geht es zum stets schweren Auswärtsspiel nach Falkensee. Dort müssen unsere Mädels dann auf Sonja und Hellen verzichten. Beide sind momentan in den USA auf Klassenreise. Vielleicht, wie anfangs schon erwähnt, erhält das junge Team dann aber schon Verstärkung.

Am Ende sei noch erwähnt, dass die Borgsdorfer Halle durchaus Glück hatte am Samstag. Isabella fackelte auf der Platte ein karibisches Feuerwerk ab. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn ihre Mutter Jenny und ihr Vater Jürgen (waren beide ausnahmsweise leider verhindert) auf der Tribüne gewesen wären. Der Karneval in Rio hätte einpacken können…

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike (Tor) – Gina Ro., Paula, Gina Re. (3), Rike (1), Sonja (5), Emma (2), Lena, Isabella (7), Hellen, Jasmin (1), Johanna (2)