Handballgott mal auf Seiten des HSV Oberhavel

Sonntag – 14. April. Zum letzten Saisonspiel unserer weiblichen Jugend B in Altlandsberg, hatte der Handballgott noch Haftmittel an den Händen…! Dies soll nicht als Hauptgrund für das Auswärtsdebakel herhalten, allerdings war der geharzte Ball schon ein mitentscheidender Faktor gewesen, was die gefühlten fünfzig Pässe auf die Füße der Mitspielerinnen und die unzähligen sonstigen Stockfehler belegen. Am Ende verloren unsere Mädels 12:27 gegen die MTV-Ladys und somit auch den dritten Podiumsplatz. Die niedergeschlagene Stimmung kurz nach dem Spiel, musste schnell einer Vorfreude auf den lange geplanten Saisonabschluss weichen, da sich der HSV Tross über die Osterfeiertage zum internationalen und traditionsreichen Handballturnier nach Arnheim (Niederlande) aufmachte.

Eine Woche später…

Sonntag – 21. April. Tanzend, laut singend und überglücklich, verließen die HSV Mädels mit ihrer Musikbox den Hallenkomplex „Valkenhuizen“. Der Titel „Von Allein“ von Culcha Candela lockte dann auch französische Handballspieler an, die sich in die schunkelnde Parade einreihten. Was aber war der Grund für diese mitreißende Stimmung? Der HSV Oberhavel hatte gerade den Pokal und die Medaillen für den dritten Platz in diesem Turnier übergeben bekommen.

Unsere Mädels maßen sich sportlich an zwei Turniertagen gegen Mannschaften aus den Niederlanden, der Schweiz, Frankreich, Dänemark und Deutschland und wurden am Ende die drittbeste Mannschaft von 19 Teilnehmern in dieser Altersgruppe. Wie von unseren Kroko-Damen gewöhnt: ohne Hochspannung und Drama ging es auch dieses Mal nicht.

Aber von Beginn an.

Schon vor der Reise, die erste – aber glücklicherweise – einzige Fehlendscheidung des Teams. Wie es der Brauch will, wollte sich die Mannschaft mit der passenden „Uniform“ ausstatten. Man wählte einen bordeaux farbenden Hoodie. Recht schick – nur leider bei den vor Ort herrschenden Temperaturen jenseits der 24 Grad- Marke, mehr als unpraktisch… Das Turnierhotel wurde nach einer staufreien – knapp 600 Kilometer langen, aber kurzweiligen (auch dank der, von Klausi geforderten playlist mit elektronischer Tanzmusik) Anreise am Karfreitag bezogen. Am Abend besuchte das Team die offizielle Eröffnungsfeier und dem dazu angesetzten Männerspiel im olympischen Sportkomplex „Papendal“.

Gut ausgeruht und durch ein reichhaltiges und leckeres Frühstück gestärkt, ging es zum ersten Turniertag. Leckeres Frühstück? Moment mal…einige Eltern wunderten sich über die sonst so mäkligen Sprösslinge. Keinerlei Beschwerden? Das scheint ein rundum zu gelingendes Turnier zu werden.

Der Veranstalter „Euro-Sportring“ loste unser Team in die Gruppe B. Zusammen mit den beiden holländischen Vereinen HV Herkules und MBDE/de Sprint und den beiden Schweizer Mannschaften BSV Weinfelden und KTV Wil, galt es nun in der Gruppenphase einen der beiden ersten Plätze zu belegen, um in das Viertelfinale einzuziehen. Die Gruppenplätze drei und vier berechtigen einem Team „nur“ zur sogenannten „Looserrunde“ bzw. zum „B- Cup“.

Gespielt wurde, wie weiter oben schon erwähnt, im großen Sportkomplex „Valkenhuizen“. Die Spiele wurden mit je 1 x 25 Minuten angesetzt. Die riesige Halle mit drei Handballfeldern neben einander dröhnte schon am Vormittag, als die Mädels zu ihrem ersten Spiel um 10 Uhr antraten.

1.Spiel gegen HV Hercules (Niederlande) 20.04. 10 Uhr

Die Niederländerinnen legten ordentlich los und führten schnell mit 4:1. Unsere Mädels kamen noch nicht richtig rein ins Spiel. Zu ungewohnt war die große Halle, die Geräusche und was sonst noch die Mannschaft störte, man weiß es nicht. So langsam allerdings kam auch der HSV Oberhavel im Turnier an und konnte im Angriff Akzente setzen. Die gegnerische Abwehr wurde in Bewegung gebracht und in die so entstandenen Lücken gestoßen. Die sehr gut pfeifenden Schiedsrichter zeigten ein ums andere Mal auf die Strafwurflinie. Das war dann allerdings die größte Schwachstelle unserer Mädels im gesamten Turnier und sollte später noch zu dramatischen Szenen führen. Die Strafwürfe wollten einfach nicht reingehen. Immer wieder brachten sie sich um den verdienten Lohn ihrer Angriffsaktion. Die Abwehr indes stand wie erwartet felsenfest und dahinter zwei sich abwechselnde, glänzend haltende Torhüterinnen. Am Ende der 25 Minuten stand es 8:7 für das Team der Niederlande. Betretende Gesichter sah man auf Seiten des HSV Oberhavel. Eine völlig unnötige Auftaktniederlage, in der unsere Mädels vier von fünf Strafwürfen nicht verwandeln konnten, hingegen der Gegner keinen einzigen 7- Meter bekam, da die deutsche Abwehr zumindest wunderbar funktionierte. Es wurde allerdings von keiner Spielerin, keinem Trainer und von keinem mitgereisten Elternteil, einer 7 Meterwerferin  ein Vorwurf gemacht. Die halbe Mannschaft hat sich im Laufe des Turniers vom Strafpunkt aus versucht, mal erfolgreich mal nicht erfolgreich.

2.Spiel gegen BSV Weinfelden Handball (Schweiz) 20.04. 12 Uhr

Auch gegen die Eidgenossinnen lagen unsere Mädels zurück, erst 0:2, dann nach acht Spielminuten 1:4. Doch dann kam die Angriffsmaschinerie ins Rollen. Nach sechs weiteren Minuten gelang der Ausgleich zum 5:5 und wenig später die erste Führung zum 6:5. Das faire Schweizer Team, was am Ende des Turniers den Fairplay-Preis gewann, gab sich allerdings noch lange nicht auf. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum 8:7 in der 17. Minute versprühte Spannung pur. Unsere Mädels wollten nach dem verloren gegangenen vorherigen Spiel unbedingt gewinnen und gingen im Angriff weiter konzentriert zur Sache. Drei Tore in Folge zum 11:7, 3 Minuten vor dem Ende, bedeuteten eine kleine Vorentscheidung. Da man allerdings die Spielzeit nicht sah, blieb der Spannungsbogen weiter oben. Weinfelden kam noch einmal heran, unsere Mädels behielten aber die Oberhand und siegten verdient 12:10. Die Freude war groß, sicherte man doch so, die Chance auf das Weiterkommen ins Viertelfinale.

Die Mittagspause nutzte der HSV Tross, um sich im nahegelegenen Snackladen kiloweise leckere Pommes zu besorgen und auf der weitläufigen Außenanlage des Sportkomplexes in der Sonne zu chillen. Die Kroko- Musikbox ist schon ein Krachmacher. Was allerdings einige Mannschaften in Valkenhuizen auffuhren, war schon Atem- bzw. Ohrenberaubend. Eigenbaukreationen mit Lichtspektakel und dröhnendem – lauten Bass – es schalte von allen Seiten der großen Wiese und immer wieder dieser gewisse „Rin-din, din-din-din“ Song (hat es übrigens geschafft, bei den Mädels auf die kommende Warmmachmusikliste zu kommen).

3.Spiel gegen MBDE/de Sprint (Niederlande) 20.04. 14:30 Uhr

Da traf es sich gut, dass das dritte Vorrundenspiel in der ruhigeren Halle 4 gegen die recht junge Vertretung vom HV de Sprint aus Holland ausgetragen wurde. Einen einzigen Sturmlauf gegen die Niederländer verfolgten die mitgereisten Eltern auf der Tribüne. Nur den Anschlusstreffer zum 1:2 konnte de Sprint noch verbuchen, dann wurde das oberhavelländische Tor vernagelt. Unsere Ladys netzten weitere 14-mal ein und so wurde nach 25 Minuten ein 16:1 Sieg gefeiert – der höchste Sieg in dieser Altersgruppe überhaupt.

 

 

 

 

 

 

4.Spiel gegen KTV Wil Handball (Schweiz) 20.04. 17:00 Uhr

Es hatte sich angedeutet. Das letzte Spiel bedeutete gleichzeitig, das Entscheidungsspiel um den Einzug ins Viertelfinale. Unsere Damen standen vor der Partie gegen den KTV Wil auf Platz 2 in der Tabelle mit vier Punkten. Das Schweizer Team belegte Platz 3 mit drei Punkten. Ein Unentschieden würde reichen – ein Sieg wäre natürlich schöner. Die Anspannung war schon vor dem Spiel zu spüren. Die Kroko Mädels begannen konzentriert und gingen mit 1:0 in Führung. Die spielstarken Gegner aus den Alpen glichen aus. Ein Doppelschlag bescherte uns den 3:1 Zwischenstand. Wil blieb dran. So ging es bis zum 4:3 in der fünften Spielminute. Dann legte der KTV einen Gang höher ein…erst der Ausgleich und dann im Überzahlspiel drei Tore in Folge zum 7:4 in der vierzehnten Minute. Die Trainer von der Bank und die Eltern, die sich mittlerweile an der Seitenlinie verteilten, um ihre Schützlinge anzufeuern, gaben ihr Bestes, damit die Mädels ihren Kopf oben behielten. Tor um Tor holte der HSV Oberhavel nun auf, aber auch die Schweizer stellten das Tore werfen nicht ein. Nach 22 gespielten Minuten dann das Unentschieden – 9:9 und kurze Zeit später die 10:9 Führung. 3x hintereinander netzte Alisha erfolgreich ein. Ein letzter Angriff der Eidgenossinnen und dann der 7 Meterstrafwurf für Wil. Nur noch wenige Sekunden sind zu spielen. Die Schweizerin tritt an – Pfiff – Maike hält. Das Spiel ist kurz danach zu Ende. Großer Jubel brach aus auf Seiten der Deutschen. Tränen flossen bei den Spielern. Beim HSV vor Glück und purer Freude – beim KTV Wil aus Enttäuschung.

Das letzte Spiel der Vorrunde war zu Ende und der Handballgott am 20.04. auf Seiten der Oberhavelländerinnen. Die Mädels des HSV Oberhavel zogen als Zweitplatzierte hinter den Niederländern von HV Hercules in das Viertelfinale ein. Minimal schon einmal den achten Platz von 19 Mannschaften erreicht. Alle strahlten, die Mädels, die Trainer und auch die Eltern – entweder vor Ort oder in der Whatsapp Gruppe.

Aktionsreich ging es dann leider am frühen Abend noch weiter. Anne musste gesundheitsbedingt ins Krankenhaus und konnte auch am folgenden Tag nicht mehr aktiv mitwirken. Nochmals an dieser Stelle: Gute Besserung Anne!

Wenn man es so sagen darf: vielleicht hatte dieser Umstand auch etwas Gutes. Die Mädels gingen rechtzeitig ins Bett und waren so für die drei noch kommenden Finalspiele bestens vorbereitet.

Viertelfinalspiel gegen Hurry Up (Niederlande) 21.04. 10:30 Uhr

Am Ostersonntag nun das Viertelfinalspiel. Jetzt zählen nur noch Siege. Der Gegner in dieser Partie hieß seltsamerweise Hurry Up. Allerdings ist dieser niederländische Verein nicht ganz unbekannt. Die Männer gewannen in der Saison 2010/2011 den niederländischen Pokal und waren auch 2016/2017 im EHF Challenge Cup (kleiner Bruder des EHF Cups) bis ins Halbfinale eingezogen. Die Heimspielstätte heißt übrigens „Concrete People Arena“…

Die Niederländischen Mädels hatten am Vortag souverän ihre Gruppe punktverlustfrei auf den ersten Platz abgeschlossen und galten nicht nur wegen ihrer körperlichen Überlegenheit zu den Favoriten im Teilnehmerkreis.

Unsere Mädels waren top motiviert, allerdings entgingen auch ihnen die körperlich robusten gegnerischen Spielerinnen nicht. Oberhavel erwischte den besseren Start und ging mit 1:0 in Führung. Die Holländerinnen glichen aus und erhöhten zwei Minuten später auf 1:2. Vier Minuten danach dezimierten sich unsere Damen und erhielten zudem einen Strafwurf gegen sich. Maike parierte, im Gegenzug glich Alisha aus und Sonja erhöhte auf 3:2. Es war ein Spiel der Abwehrreihen. Auf beiden Seiten wurde wenig zugelassen und geackert. Tore waren Mangelware und kein Team konnte sich absetzen. 3:3, 4:4, 5:5 und es waren noch fünf Minuten zu spielen. Dann der Treffer zum 6:5 durch Gina Re. in der 22. Minute. Wieder standen die Eltern direkt an der Seite auf Höhe der gestrichelten 9 Meter-Linie und trieben ihre Mädels an. „Kämpfen Mädels“, „holt euch den Ball“ und „ARME“! Die ersten Stimmen versagten und dennoch kämpften die Mädels und ließen bis zum Abpfiff kein weiteres Tor mehr zu. Es war ein Sieg des unbedingten Willens und eine Abwehrschlacht bis zur letzten Sekunde. Wieder fielen sich alle in die Arme. „Halbfinale – wie geil ist das denn.“ Dieser Satz fiel wohl am häufigsten. Mindestens schon mal vierter Platz…

Wer nun dachte, die Halbfinal- und Finalspiele finden abends statt, hatte aufs falsche Pferd gesetzt. Schon um halb zwölf sollte es wieder in die nächste „Schlacht“ gehen.

Halbfinalspiel gegen HV Savosa (Niederlande) 21.04. 11:30 Uhr

Die kurze Regenerationszeit war zum einen Fluch, zum anderen Segen zu gleich. Innerlich noch aufgeputscht vom erkämpften Viertelfinalsieg, wollten unsere Mädels nun auch gegen den HV Savosa alles geben. Es kamen allerdings die ersten „Beschwerden“ über den Liveticker aus Deutschland, dass man zu nichts mehr kommen würde…

Dachte man nun, Hurry Up war körperlich überlegen, kam mit dem Halbfinalgegner noch ein ganz anderes Kaliber. Die Alterskategorie im Arnheimer Turnier lässt Spielerinnen bis 17 Jahren zu. Der HV Savosa zählte definitiv zu den älteren Jahrgängen. In ihrer Vorrunde und auch im Viertelfinale dominierten die Niederländerinnen jede Partie, gewannen souverän  alles, was  ihnen vorgesetzt wurde. Unsere Mädels kamen nun schon so weit, da wollten sie sich nicht jetzt von diesem Gegner ausbremsen lassen. Zumindest gingen sie so ins Spiel, auch wenn die Holländerinnen durch ihre wuchtige Halblinks Spielerin das 1:0 erzielten. Im Angriff machten unsere Damen genau das, was man gegen diesen körperlich überlegenen Gegner tun muss. Sie spielten einen schnellen Kombinationshandball, brachten die Abwehr in Bewegung und gingen dann mit Schmackes in die Lücken. So konnte sich Savosa nicht absetzen. Bis zum 3:4 blieb der HSV in Schlagdistanz und auch die 2 minütige Unterzahl wurde schadlos überstanden. 4:5 stand es nach zehn Spielminuten. Im Angriff dann die Chance über einen Strafwurf zum Ausgleich zu kommen – vergeben. Dann, eine Minute später der nächste 7 Meterwurf – wieder vergeben. Lena behielt aber aus dem Feld heraus die Übersicht und erzielte den Ausgleich. Die Niederländerinnen im Gegenzug mit einem Torerfolg zum 5:6 und wieder vergaben unsere Mädels im Anschluss einen Strafwurf. So setzte sich der Gegner langsam und stetig auf 10:7 ab. Die beiden letzten Aktionen im Spiel dann bezeichnend. Oberhavel macht den 7 Meter Strafwurf zur möglichen Verkürzung nicht rein, im Gegenzug stellt der HV Savosa den Endstand zum 11:7 durch einen Strafwurf her. Schade, es war mehr drin gewesen gegen diesen körperlich deutlich überlegenden niederländischen Gegner, der auch später das Finale für sich entscheiden sollte. Nun galt es schnell die Köpfe frei zu bekommen, um im kleinen Finale den dritten Platz zu erreichen.

Bis zum Spiel um Platz 3 gab es dieses Mal allerdings ein wenig mehr Zeit zum verschnaufen. Um 16 Uhr wurde das Spiel (leider) zeitgleich mit dem Finale angepfiffen. Hier hätten die Veranstalter den Finalcharakter ein wenig mehr herausheben und die Spiele nacheinander ansetzen können. Unsere Mädels hätten sicher die finalteilnehmende Mannschaft aus Billstedt (Deutschland) lautstark unterstützt.

Spiel um Platz 3 gegen VfL Gummersbach (Deutschland) 21.04. 16:00 Uhr

Im kleinen Finale wartete auf unsere Damen ein großer Name. Der VfL Gummersbach ist zu mindestens im Männerbereich eine Institution, auch wenn die größten Erfolge schon einige Zeit zurück liegen. Aber auch das weibliche Jugend B Team des Traditionsvereins ist nicht unbekannt. Die Saison spielten sie in der Mittelrheinliga und aktuell kämpfen sie um die deutsche Meisterschaft. Ihr erstes Spiel haben sie bereits vor Ostern gegen den Thüringer HC knapp gewonnen. Mit einem Sieg im Rückspiel am 28.04. würden sie das Viertelfinale erreichen.

Das Spiel, um es vorweg zu nehmen, war an Spannung und Dramatik definitiv nicht zu überbieten. Um dies ein wenig besser herüberzubringen, möchte ich nachfolgende (leicht gekürzte) Aufzeichnungen aus der Whatsapp Gruppe veröffentlichen. Holger – unser Liveticker-Beauftragter aus den Niederlanden und die Eltern in Deutschland…

Holland-Holger (H): Seid ihr alle da?
Deutschland (D): Na klar! Auf geht’s!
D: mehrere Emojis…
H: 1:0 Jas
H: 7er gegen; M hält, 2.Ball drin / 1:1
H: 1:2
H: 1:3
H: 2:3 GiRe
H: 7er gegen / 2:4
H: 7er für / 3:4 Ya
H: 4:4 Jas
H: 4:5, 2 min gegen
H: 5:5 Lena
D: Emoji
H: 6:5 GiRe
D: Emoji
H: 6:6
H: 6:7
H: 7:7 Lisch
H: 8:7 Emma
H: 8:8
H: 2 min gegen, 7er / 8:9
H: 9:9 Hellen
H: 7er gegen / 9:10
H: 10:10
D: Boah
H: 11:10 Lisch
D: Ende Ende?
D: lachender Emoji
D: Super…Emojis
H: 12:10 Emma
H: 7er gegen / 12:11
D: Zeit????
H: 12:12
D: Oh nein | Ich dreh durch | Ich auch | Holger L | ????
H: 7er gegen / M hält 2x, jetzt 7m werfen bis zum Ende
D: Oh mein Gott wie geil | Hilfe | Holger tipp schneller | Maike gib alles
H: Schlimmer geht’s nicht!
D: kotzender Emoji
H: Akku alle, sorry
D: Nee oder?
H: Spass
D: Sehr witzig | Du brauchst dann nicht nach Hause kommen! | Jürgen, Stephan, Bea? | Arme Maike| Daumen drücken
H: M hält
D: Jaaaaaaa | emoji
H: 0:0 / 0:1 / 1:1 GiRo / 1:2 / 2:2 GiRe / Hält / 2:3 / verloren 2:4
D: diverse aufmunternde und Mut machende Reaktionen folgen…
H: Holland meldet sich ab, bis demnächst 😉

Wie man diesem Ticker unschwer entnehmen kann, führten unsere Mädels am Ende 12:10, gaben es nochmal aus der Hand, bis es schließlich unentschieden stand. Den lautesten und freudigsten Torjubel, gab es übrigens von allen HSV´ lern, als Hellen kaltschnäuzig von Rechtaußen ein netzte. Gummersbach erhielt zudem noch einen Strafwurf Sekunden vor dem Ende zugesprochen. Maike parierte den ersten Wurf und auch der Nachwurf konnte von ihr entschärft werden. So kam es zur Entscheidung durchs 7 Meterwerfen. Mittlerweile sollte jeder begriffen haben, dass unsere Ladys hier ihr größtes Manko haben. Große Chancen rechnete man sich demnach nicht aus und so kam es, wie es kommen musste. Gummersbach gewann in 7 Meter werfen. Die HSV Mädels am Boden zerstört. Der Hallenboden voll mit liegenden und weinenden Spielerinnen aus Brandenburg. Wie meinte Kerstin im Liveticker dann zutreffend: „Trotz allem finde ich, es war ein super Turnier! Glückwunsch! War eine Erfahrung wert und mal ehrlich, uns steht einfach die 4…“
Trösten konnten auch nicht die Trainer, weder Klausi und Reiner, noch die Eltern. Der Gummersbacher Trainer zeigte sich anerkennend über die Leistung des HSV Oberhavel. Persönlich lobte er einige Spielerinnen über die handballerischen Fähigkeiten.

Hier könnte dieser Bericht zu Ende sein. Allerdings mehrten sich so langsam Stimmen, komischerweise aus dem Lager der Gummersbacher, dass das Spiel nicht 25 Minuten, sondern 27 Minuten dauerte. Der angesprochene Schiedsrichter wiegelte sofort ab und verstand plötzlich kein Deutsch mehr… Ratlosigkeit auf allen Seiten. Gummersbach bohrte (verständlicherweise) nicht weiter nach, waren sie es doch, die nach 25 Minuten 10:12 zurück gelegen hatten. Nun allerdings was das Oberhavellager erwacht. Zunächst ging man davon aus, dass ein Einspruch eh nichts bewirken würde, zu sehr hatte der Schiedsrichter die sprichwörtlichen „Schotten dicht gemacht“. Also erst einmal raus an die frische Luft und „runterkommen“. Die Enttäuschung der Mädels war dann aber zu groß und man entschied sich mit der Turnierleitung zu sprechen. Emma und Gina gingen zu den Offiziellen und erklärten ihnen die Sachlage. Zum Glück verstand man hier wieder deutsch…
Und auch der Gummersbacher Trainer bestätigte die längere Spielzeit. Die Turnierleitung zog sich zur Beratung zurück. Im Sinne der Fairness und dem sportlichen Verständnis kamen sie zum Ergebnis, dass Gummersbach und der HSV Oberhavel den dritten Turnierplatz gemeinsam belegen.

Eltern, kennen den rasanten Gemütswandel ihrer Kinder – besonders jugendliche Damen sind da extrem wankelmütig. Die Reaktion der Damen des HSV Oberhavel, nachdem sie von der Entscheidung erfahren hatten, war unbeschreiblich. „Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt“ – halt nur umgedreht. So kann man es wohl am besten beschreiben. Der Sport hat mit dieser tollen und gerechten Entscheidung der Turnierleitung gewonnen.

Das Finalspiel der Männer wurde dann wieder mit überaus guter Laune verfolgt. Zum einen, wegen dem erzielten dritten Platz im Turnier und zum anderen, wegen dem goalkeeper of the tournament. Der Torwart der Quickborner Senioren, war der Fanliebling der Tribüne. Sichtlich unter Einfluss von hopfenhaltigen Kaltgetränken und wohlmöglich auch traditionellen holländischen Genussmitteln, stand er mit Badelatschen! im Tor und hielt dennoch wie ein Weltmeister. Das Erinnerungsfoto mit diesem lustigen Kauz ließen sich dann einige HSV Damen nicht nehmen.

Zur Siegerehrung danach, nahmen unsere Mädels den Pokal und die Medaillen für den dritten Platz in Empfang. Leider holte sich der VfL Gummersbach ihren Pokal und ihre Medaillen nicht ab, sie wussten auch nichts von dieser Entscheidung der Doppelplatzierung. Wahrscheinlich waren sie schon wieder auf den Weg in die Heimat, um sich auf das Rückspiel gegen den Thüringer HC, zum weiterkommen um die Deutsche Meisterschaft, vorzubereiten…
Lieber VfL Gummersbach. Wir wünschen euch von hier aus viel Erfolg.

Nun sind wir aber wirklich am Ende des Berichtes angekommen. Die Mädels, die Trainer und die mitgereisten Eltern verließen zu den Klängen von Culcha Candela die Halle und dieses wunderbar organisierte und mit spielstarken Mannschaften besetztes – HAFTMITTELFREIE Turnier ging zu Ende.

Vielen Dank an Maike, Pauli, Gina, Alisha, Yani, Gina, Sonja, Emma, Lena, Isabella, Hellen, Jasmin, Johanna, Anne, Reiner und Klausi. Danke an alle mitgereisten Eltern und an alle Eltern, die von zu Hause bestmöglich unterstützt haben. Nächstes Jahr kommen wir bestimmt wieder, dann mit einer neuen Stärke im Gepäck: dem 7 Meter werfen und dann auch mit Rieke, die über Ostern leider urlaubsbedingt nicht mitreisen konnte. Ihren Hoodie konnte aber auch sie nicht verwenden – in Dubai…

Besonderen Dank an Kristine für die vielen Fotos und Holger für den Liveticker!

PS: Wer jemals wieder behauptet, die Niederlande sei ein äußerst flaches Land, der kann sich eine Schelle abholen. Einige Eltern fuhren landestypisch mit dem Hollandrad jeden Tag zum Turnier auf einen schier endlos ansteigenden Berg…