Kein Spiel für schwache Nerven

Borgsdorf, 06.04.2019 Brandenburgliga – weibliche Jugend B – HSV Oberhavel – HV Calau – 18:16 (8:12)

Viel haben sich die Krokodildamen vorgenommen am Samstag gegen die südbrandenburgischen Gäste. Zu sehr schmerzte immer noch die ärgerliche 11:14 Auswärtsniederlage Anfang Dezember in Calau.

Eines vorweg – unsere Damen konnten das Vorgenommene nicht auf die Platte bringen, sind gestolpert…aber am Ende nicht gefallen.

Die Niederlausitzer eröffneten den Torreigen. Durch einen Strafwurf glichen unsere Mädels eine Minute später aus. Wiederum ging Calau in Führung, doch die an diesem Tag sehr torhungrige Rieke glich postwendend zum 2:2 aus. Nun kam die Zeit der gefährlichen Nummer 10 auf Seiten der Gäste. Durch zwei 7 Meter-Tore und einem Feldtor brachte sie die Spreewälder mit 5:2 in Front. Schleppend lief es zu dieser Zeit bei den Gastgebern im Angriff. Wenig bis gar keine Bewegung wurde den Zuschauern und dem Gegner dargeboten. Calau musste nicht viel tun in ihrer defensiven 6:0 Abwehr – einfach nur abwarten, bis ein technischer Fehler oder ein Verlegenheitswurf den Angriff des HSVs beendete. Anstatt zurück zu sprinten und den Calauer Angriff zu stoppen, liefen die Krokodildamen gemächlich zurück und wurden ein ums andere Mal vom schnellen Tempogegenstoß oder eines schnell ausgeführten Anwurfes überrascht. Ab der 10. Spielminute fing sich so langsam der HSV Oberhavel und wurde auch im Angriff gefälliger. Zweimal durch Lenas und einmal durch Sonjas Torerfolg wurde das Unentschieden zum 5:5 hergestellt. Isabella konnte durch ein schönes Rückraumtor gar auf 6:5 erhöhen und somit die ersten Führung in diesem Spiel erzielen. Verhaltene Erleichterung machte sich auf der Zuschauertribüne breit, dachte man doch, dass die Mädels nun endlich den Gegner im Griff hatten. Nur leider konnte man die Führung nicht weiter ausbauen – im Gegenteil – Calau schlug zurück mit ebenfalls vier Toren in Folge. Das 6:9 Zwischenergebnis reichte aus die fällige Auszeit zu nehmen, um zu versuchen, die Damen endlich aus ihrer Lethargie zu befreien. So recht geholfen hat die Ansprache nicht, bis zur Pause konnten sich die Lausitzer Damen auf 8:12 weiter absetzen.

Es muss laut gewesen sein in der Kabine des HSV Oberhavel. Zumindest vermuteten es die Zuschauer, die sich während der Halbzeit vor der Halle in der Sonne vom Gesehenen der ersten Hälfte erholen mussten.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts konnte Calau zwar erhöhen, dann kam allerdings der stotternde Oberhavelmotor in die Gänge. Fünf Tore in Folge brachte den 13:13 Zwischenstand ein. Die Party konnte nun endlich losgehen… dachte man zumindest. Nach der Gästeauszeit wieder das altbekannte Bild. Die Calauer besannen sich wieder und gingen durch zwei Tore mit 15:13 in Führung. Dieses Mal blieben unsere Mädels allerding halbwegs wach und kamen durch Rieke wieder ran. Die Torerfolge wechselten sich nun auf beiden Seiten ab. Calau konnte jeweils eine Zwei-Tore Führung nicht weiter ausbauen und unsere Mädels schafften jeweils nur den Anschlusstreffer aber nicht den Ausgleich. Die Crunch-Time begann mehr als unglücklich für das Heimteam. In der 44. Minute musste Jasmin und nicht einmal eine Minute später Sonja auf die Strafbank. Bei einem Spielstand von 16:15 für Calau und nur noch fünf zu spielenden Minuten sah die Prognose düster aus für unsere Damen. Calau hatte es in der Hand in doppelter Überzahl den sprichwörtlichen Sack zu zumachen. Was nun kam ist schwer zu beschreiben. Sportler kennen diese Situation: Du stehst mit dem Rücken zu Wand, hast nichts mehr zu verlieren, weil eigentlich schon alles verloren ist und dann erwacht in einem, ein bis dahin unbekannter Siegeswillen. Ein über 45 Spielminuten vermisster Kampfgeist war mit einmal zu spüren. Die „Rest“-Abwehr stand überraschend sicher und Maike vernagelte ihr Tor. So konnten die Gäste in Überzahl kein Tor erzielen. Drei Minuten noch bis zum Ende der Spielzeit. Jasmin wackelt die Abwehr aus und ging wie das Messer durch die Butter. Ausgleich! Noch zwei Minuten. Das Trainergespann Groß und Klaus nehmen die Auszeit, um die letzten und alles entscheidenden Anweisungen zu geben. Nun hatte sich das Blatt 1 ½ Minuten vor dem Ende gewendet. Unsere Mädels leiteten ihren Angriff sicher ein, brachten die Gästeabwehr in Bewegung und wer sonst an diesem Tag als Rieke, fand die Lücke und verwandelte zur 17:16 Führung – ihrem fünften Tor in dieser Begegnung. Es war aber noch knapp eine Minute zu spielen. Die bis zu diesem Zeitpunkt recht sichere halbrechte Angriffsspielerin von Calau wurde zu einem voreiligen Wurf gezwungen. Der Ball ging über das Tor. Nun nicht mehr den Ball verlieren. Das knappe Ergebnis halten. Ein letzter HSV Angriff – die letzten Sekunden – Freiwurf für das Heimteam und die Zeit ist um. Ein nicht mehr geglaubter Heimsieg gegen einen schwer zu bespielenden Gegner. Das i-Tüpfelchen setzte Gina Re., indem sie den direkten Freiwurf über die Mauer, direkt ins gegnerische Gehäuse semmelte.

Die Wiedergutmachung aus dem Hinspiel haben sich unsere Damen eigentlich anders vorgestellt. Da muss man auch einmal ehrlich sagen, dass Worte auch Taten folgen müssen. Hier ist noch Einiges zu entwickeln, vornehmlich in den Köpfen der Mädels. Es werden immer wieder Phasen in einem Spiel durchzustehen sein, in denen nicht alles optimal läuft. Gerade in diesen Momenten muss man voran gehen, seine Mitspieler positiv wach rütteln und nicht wie in diesem Spiel in gemeinschaftlicher Lethargie verfallen.

Nach dem Spiel traten mehrere Meinungen auf, der HSV Oberhavel haben nicht verdient gewonnen. Meine Meinung: Wenn man über 45 Minuten den Gegner weitestgehend im Griff hatte und fünf Minuten vor dem Ende in Führung liegend und in doppelter Überzahl spielend, kein Tor erzielt, sich somit das „Heft des Handelns“ entreißen lässt. Hätte man damit verdient gewonnen? Ein Spiel dauert nun einmal 50 Minuten…

Die Heimspielsaison der weiblichen B Jugend ist nun beendet. Bis auf das Spiel gegen den Ortsnachbarn aus Oranienburg, konnten alle Spiele gewonnen werden. Es waren sicher gewonnene Spiele, spannende Spiele und auch glücklich gewonnene Spiele. Fakt ist: Diese weibliche B Jugendmannschaft hat zu Hause mehr als Spaß gemacht und den immer zahlreichen Zuschauern attraktive Spiele geboten. Auswärts folgt nun das letzte Saisonspiel am kommenden Sonntag um 12 Uhr in Altlandsberg. Ein Entscheidungsspiel um den dritten Tabellenplatz. Vielleicht findet der eine oder andere Fan ja Zeit am kommenden Sonntag… Hier die Adresse: Erlengrund-Halle; Zum Erlengrund, 15345 Altlandsberg.

Liebe HSV Mädels. Es ist euer letztes Saisonspiel. Genießt die letzten Minuten und zeigt 50 Minuten lang, wie groß euer Potential ist.

 

Da auch ein gewisser kultureller Mehrwert aus diesem Artikel transportiert werden soll, hier noch zum Abschluss: Wissenswertes über die Stadt Calau (Quelle: Wikipedia)

Calau (ältere Schreibweise: Kalau), niedersorbisch Kalawa, ist eine Kleinstadt im südbrandenburgischen Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Sie liegt südlich des Spreewaldes und wird als Heimat der Kalauer bezeichnet.

Als Kalauer bezeichnet man ein einfaches Wortspiel mit Wörtern unterschiedlicher Bedeutung von gleichem Klang oder gleicher Schreibweise. Sie werden manchmal als Flachwitz oder Plattwitz bezeichnet, da bei Kalauern in der Regel eine eher geringe „Lustigkeit“ zumindest in Kauf genommen oder sogar ironisch eingesetzt wird.

Beispiel: „Kalauer sind die Buchstaben A bis J.“ – „?“ – „Weil die alle auf das K lauern!“

Bestes Beispiel, um die geringe „Lustigkeit“ zu verdeutlichen…

Für den HSV Oberhavel spielten: Pauline, Maike (Tor) – Gina Ro., Alisha, Gina Re. (3), Rieke (5), Sonja (2), Emma, Lena (2), Isabella (1), Hellen, Jasmin (5)

Spiel aus Sicht des Gegners

Anmerkung zum Bericht von Calau. Liebe Calauer, um die Leser unserer Artikel nicht zu sehr zu verwirren, hier eine kleine Richtigstellung. Anders, als in eurem Spielbericht beschrieben, ging bis zur 40. Spielminute nicht der HSV Oberhavel mit 2 Toren in Führung sondern der HV Calau. Dran blieb dann der HSV Oberhavel und konnte zum 16:16 ausgleichen. Als Nachweis anbei das Spielprotokoll.