Abwehr 1+ und Angriff 4-

Neuruppin, 2.3.2019 SV Union Neuruppin gegen HSV Oberhavel 9:17 (3:5)

Summa Summarum

Eine kleine Stellung, ein kleiner Orden
[Fast wär ich auch mal Hofrat geworden],
Ein bisschen Namen, ein bisschen Ehre,
eine Tochter „geprüft“, ein Sohn im Heere,
Mit siebzig ′ne Jubiläumsfeier,
Artikel im Brockhaus und im Meyer…
Altpreußischer Durchschnitt, Summa Summarum,
Es drehte sich immer um Lirum Larum
Um Lirum Larum Löffelstiel.
Alles in allem – es war nicht viel.

Theodor Fontane

Oft hat es den HSV Oberhavel noch nicht in die Geburtsstadt von Theodor Fontane verschlagen. Unsere Mädels hatten in den letzten Brandenburgliga/ Oberliga Saisonzeiten die Unioner nie als Ligakonkurrenten bespielen können. Deshalb beginnt dieser Bericht auch mit einem klassischen Gedicht des bekannten Brandenburger Schreiberlings und es passt auch ziemlich gut, um das Gesamtfazit dieses Punktspiels darzustellen…alles im allen – es war nicht viel…

Unsere Mädels, angereist mit zehn Feldspielerinnen und einer Torfrau und der schweren Last auf ihren Schultern, das verlorene Derby der vergangenen Woche spielerisch vergessen zu machen, trafen auf motivierte Unionerinnen, die den Schwung des Auswärtssieges gegen Teltow mitnehmen und sich für die Hinspielniederlage gegen den HSV im Oktober 2018 revanchieren wollten.

Das Spiel begann durchaus ungewohnt für die HSV Anhänger. Nach gerade einmal einer gespielten Minute gingen unsere Damen in Führung. Danach allerdings ging nichts mehr im Angriff. Neuruppin erging es da nicht besser, im Gegenteil. Es passierte rein gar nichts in den nächsten sechs Minuten. Beide Angriffsreihen rieben sich an den jeweils gutstehenden Deckungsformationen auf. Unsere Mädels zeigten zudem in dieser Phase ungewohnte technische Fehler in der Ballbehandlung und Laufwege funktionierten nicht. Die Neuruppinerinnen waren vor unserer Abwehr zu harmlos und wurde zu Verlegenheitswürfen gezwungen, die leichte Beute für Maike waren oder weit übers Tor hinausgingen. Eine Verwarnung für den HSV in der 6 ½ Minute schrecke viele der anwesenden Fans aus dem fast schon drohenden Schlaf. Dann war es doch endlich geschafft und die Krokodile konnte per Strafwurf auf 2:0 erhöhen. Nach 9 ½ Minuten wurde die Führung sogar ausgebaut und „kurze Zeit“ später auf 4:0 erhöht. Beide Angriffsreihen fanden nach wie vor nicht zu ihrer Normalform und so könnte ich hier jedes einzelne Tor der ersten Hälfte weiter aufzählen, allerdings hat diese erste Halbzeit keine weiteren größeren Worte verdient. Eine kleine Anmerkung allerdings doch noch. Die abhanden gekommende 7- Meter-Stärke unseres Teams, sollte für den Rest der Saison schnell wiedergefunden werden.
Der Halbzeitstand von 3:5 leuchtete an der großen Anzeigetafel. Ein taffes Vorschulkind mit zwei gesunden Händen hätte bis hierher allerdings ausgereicht: „Zeig mal 3, zeig mal 5“ Prima!

Die zweite Hälfte zeigte sich dann erfreulicherweise ein wenig torreicher und unsere Mädels netzten gleich zweimal erfolgreich ins gegnerische Gehäuse ein. Neuruppin konnte zumindest den drei Toreabstand für eine gewisse Zeit aufrechterhalten, allerdings war der Unioner Angriff in Folge nur noch über ihre gefährliche Nummer 6 wirksam. Ausschließlich sie erzielte alle fünf weiteren Tore bis zum Spielende für die Gastgeber.
So setzten sich unsere Mädels Tor um Tor weiter vom Gegner ab. Nun fiel auch auf, warum sich beide Mannschaften in den ersten 25 Minuten mit den Torabschlüssen so zurückgehalten hatten. Erst ein Pfostentreffer durch Neuruppin, der Maikes Tor um einige Zentimeter zur Seite verschob und wenig später ein Gebälkkracher von Seiten der Krokodile, den das andere Tor fast zusammenbrechen lies und eine Schraube zu Boden fiel, zeigten den Zustand der Spielgeräte. Erinnerungen an das Championsleaguespiel aus dem Jahr 1998 in Madrid wurden wach…
Zum Glück hielten beide Gehäuse bis zum Abpfiff trotzig stand und so konnten unsere Damen über die Zwischenstände 11:6, 14:7 und 15:8 einen ungefährdeten 19:7 Auswärtssieg feiern. Der mittlerweile dritte Auswärtssieg der dieses Mal definitiv in der Abwehr geholt wurde. Neun Tore in 50 Spielminuten zu fangen ist meisterschaftswürdig, allerdings sind diese mageren 17 Tore und gerade die immer wieder zu beobachtenden Anlaufschwierigkeiten im Angriff das große Manko unserer Damen. Dennoch, zwei weitere Pluspunkte, um sich den dritten Tabellenplatz weiter zu sichern. Am 16.3. folgt dann das nächste Heimspiel in Borgsdorf. Um 14:30 Uhr ist der Gegner aus Wildau zu Gast. Im Hinspiel konnten sich unsere Damen über das erzielte Unentschieden weniger freuen – es war mehr drin. Zeigt es euch selbst und euren Fans, dieses Mal ohne Anlaufschwierigkeiten und mit mehr Kombinationsfluss und Einfallsreichtum im Angriff.

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike (Tor), Gina Ro. (1), Gina Re. (2), Anna, Jasmin (7), Sonja (1), Emma (1), Rieke (1), Alisha (4), Lena, Hellen