Ein (fast) perfekter Ausflug

16.02.2019 – SV 63 Brandenburg/West gegen HSV Oberhavel 12:24 (6:10)

Bei frühlingshaften Temperaturen, fuhr der HSV Tross am 16. Februar (so langsam kann ein gewisser Herr Trump den Klimawandel auch nicht mehr leugnen…) zum dritten Auswärtsspiel hintereinander. Ziel war dieses Mal die alt ehrwürdige Havelstadt Brandenburg. Die weibliche B Jugend aus der Stahlstadt belegt momentan den letzten Tabellenplatz. Das Hinspiel konnten unsere Damen zwar zu Hause mit 21:15 gewinnen, allerdings erlitt dort der Klassenprimus aus Oranienburg, seine bisher einzige Saisonniederlage. Man war also gewarnt und wollte das Spiel mit voller Konzentration angehen, den Gegner nicht unterschätzen und da anknüpfen, wo man in Teltow aufgehört hatte.

Die Quantität der zur Verfügung stehenden Spielerinnen zeigt erfreulicherweise leicht nach oben, elf Spielerinnen schnürten Ihre Handballschuhe und auch das Trainerduo war wieder komplett, nachdem Klausi den Weg aus dem Winterurlaub wieder zurück fand.

Die Anfangsphase des Spiels glich dem Spiel gegen Teltow. Das gegenseitige Abtasten dauerte in diesem Spiel allerdings drei Minuten ehe Jasmin zum ersten Torerfolg einnetzte. Die erste Spielführung, die ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr abgegeben werden sollte. Unsere Damen spielten im Angriff wieder gefällig zusammen, ließen den Ball wandern und brachten so die Deckung in Bewegung. Alisha – auf der Spielmacherposition beginnend, setzte ihre Nebenleute gut in Szene und leitete Auftakthandlungen wunderbar ein. Auch die Kreisanspiele funktionierten wieder hervorragend. So setzte sich unser Team stetig ab. Dennoch blieb eine gewisse Ladehemmung im ersten Abschnitt des Spiels den Zuschauern nicht verborgen und man konnte unter anderem nur deshalb die Führung ausbauen, weil das Heimteam ein ums andere Mal am Pfosten oder an der Querlatte scheiterte. Dies gipfelte sogar darin, dass eine anscheinend „sehr nah am Wasser gebaute“ Brandenburger Spielerin ständig mit den Tränen zu kämpfen hatte. Nicht verschweigen sollte man allerdings auch, die wieder harmonisch abgestimmte Abwehrarbeit unserer Krokodile und die gute Torhüterleistung von Maike und Pauli. Über die Zwischenstände 4:2, 6:3 und 9:5 ging die aktionsarme Partie in die Schlussminute der ersten Halbzeit. Anna verwandelte am Kreis stehend, das mustergültige Anspiel von Alisha zum 10:5. Anschließend schoss sie imaginär mit Pfeil und Bogen – ganz in Robin Hood Manier – auf 

ihren Vater auf der Tribüne, der schauspielerisches Talent bewies und mitten „ins Herz getroffen wurde“. Beim Stand von 10:6 für den HSV Oberhavel pfiffen die gut leitenden jungen Schiedsrichter aus Belzig, die erste Hälfte ab und entließen die Mannschaften zum Pausengespräch.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste Brandenburg gleich eine 2 Minuten Strafe hinnehmen. Dennoch kamen sie in Unterzahl spielend zum ersten Torerfolg im zweiten Abschnitt. Nun war auch der Torknoten der HSV Mädels entwirrt. Beide Ginas und dann Sonja, sorgten für die beruhigende 13:7 Führung. Fortan störten die Gastgeberinnen nur punktuell den Torlauf unserer Mädels. So stand es auf der Anzeigetafel nach 38 gespielten Minuten 19:9 für unser Team. Die Kräfte der Brandenburger ließen zusehends nach. Mit nur einer Auswechselspielerin für das Feld ging nicht mehr viel zusammen bei den 63ern. Dennoch scheute sich der sympathische Trainer nicht davor, während des Spiels erzieherische Maßnahmen durchzuführen. Die vorhin schon erwähnte, sehr emotionale Spielerin auf Seiten der Brandenburger, wurde kurzerhand vom Feld genommen und vorzeitig zum Duschen geschickt – ganz nach Katja Saalfranks „Stiller Treppe“ (die Älteren werden sich noch an die Super Nanny erinnern).

Die Oberhavel Ladies haben mittlerweile Gefallen gefunden an Ergebnissen jenseits der 20 Toremarke. Sie nutzten weiter die ihnen gegebenen Chancen sicher aus, spielten bis zum Ende der Partie voll auf Angriff ohne dabei die Abwehr zu vernachlässigen. Besonders Alisha, Sonja und Jasmin waren an diesem Spieltag die torhungrigsten Krokodile. Am Ende hieß es wieder: „Auswärtssieg – Auswärtssieg – Auswärtssieg“. Mit 24:12 verabschiedet sich der HSV Oberhavel vom sympathischen und aufopferungsvoll kämpfenden Gegner aus Brandenburg.

Kommen wir kurz zurück zur Überschrift. Warum nur ein fast perfekter Ausflug? Nun ja – einige Mütter mussten vor der Heimreise noch das stille Örtchen in der Halle einen Besuch abstatten. Der Gesichtsausdruck nach diesem Besuch sagte alles…die originale Fliesenfarbe war eigentlich nicht braun – so vermutete man jedenfalls.

Am kommenden Wochenende, also am 23.02.2019 folgt für die HSV Mädels das erste Heimspiel in der Rückrunde. Zu Gast im Borgsdorfer Krokodilnest sind die Damen des Oranienburger HCs. Wer beim Hinspiel zugegen war – ein kleiner Tipp: Bitte frühzeitig da sein…
Die Favoritenrolle dieses Derbys ist klar verteilt. Unsere Mädels wollen dennoch für eine Überraschung sorgen. Schließlich hat man bisher noch kein Heimspiel verloren…Entschuldigung Ines… Schließlich hat man bisher alle Heimspiele gewinnen können!

Für den HSV Oberhavel spielten in Brandenburg: Maike, Pauline (Tor) – Gina Ro. (1), Gina Re. (4), Anna (1), Jasmin (5), Sonja (5), Emma (2), Lena, Alisha (6) und Hellen