Makellose Heimbilanz

Borgsdorf, 15.12.2018 | Brandenburgliga – weibliche Jugend B | HSV Oberhavel gegen MTV Altlandsberg – 18:12 (7:6)

Anfang Dezember zeigten unsere Mädels in Calau, ihre bisher schlechteste Saisonleistung. Niedergeschlagen fuhren sie wieder nach Hause und wollten nun in ihrem letzten Spiel der Hinrunde, vor heimischem Publikum, noch einmal Alles geben – eine Reaktion zeigen. Dies ist ihnen mehr als gelungen.

Gerade einmal 16 Sekunden waren gespielt, da klingelte es zum ersten Mal im Gehäuse der Altlandsberger Damen. Drei weitere Tore folgten und so stand es nach sechs Spielminuten bereits 4:0. Es zeichnete sich in dieser frühen Phase bereits ab, dass das Abwehrbollwerk vom HSV Oberhavel an diesen Tag wieder glänzen wird. Die Deckungsformation im Zusammenspiel mit der Torhüterin funktionierte tadellos. Mitunter ratlos wirkten die Altlandsberger Spielerinnen in ihren Angriffsbemühungen. In der siebenten Spielminute war es dann aber soweit und der erste Treffer auf Seiten der Gäste wurde verbucht. Nach dem 5:1 Spielstand nahm der Altlandsberger Trainer die fällige Auszeit. Seine Worte schienen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben, denn Tor um Tor arbeiteten sich die Märkisch-Oderländerinnen nun heran. Unsere Mädels leisteten sich in diesen Minuten eine kurze Schwächephase in der Abwehr und auch die am Anfang wuchtige Angriffsmaschinerie geriet ins stottern. So musste die beruhigende Führung, einem knappen Zwischenstand von 5:4 in der 17. Spielminute weichen. Bis zur Pause gelangen beiden Mannschaften noch je zwei Torerfolge, unsere Mädels gerieten dabei aber nie in Rückstand. Den letzten Treffer zum Halbzeitstand von 7:6 (aus Sicht der Heimmannschaft) markierte der MTV mit der Schlusssirene. Durchaus ein strittiger Torerfolg. Schwer zu erkennen, ob das Spielgerät wirklich mit vollem Umfang vor dem ertönen der Sirene hinter der Torlinie gelangte. Die Schiedsrichterin stand bei dieser Aktion natürlich besser als die Zuschauer auf der Tribüne und da es beim Handball keine „Hawk-Eye“ Technologie gibt, wollen wir den geübten Schiedsrichteraugen auch hier vertrauen.

Die vorgegebene Halbzeitpause von 10 Minuten ist im Allgemeinen ausreichend, um das Team auf den zweiten Spielabschnitt vorzubereiten. Das Trainerteam unserer Mädels hatte an diesem Tag die Zeit mehr als ausgereizt. So kamen noch am Spielfeldrand, kurz vor dem Anpfiff, die letzten Anweisungen. Den Schiedsrichtern war das dann doch zu viel und so pfiffen sie kurzerhand an. Altlandsberg kam dadurch nach 12 Sekunden zum Ausgleichstreffer gegen ein – noch nicht formiertes und nur zur Hälfte besetztes Heimteam. Ärgerlich, aber Regelkonform.
Durch diese Slapstick-Einlage wurden unsere Krokodildamen allerdings nicht aus dem Konzept gebracht. Postwendend wurde die Führung wieder hergestellt. Die nächsten Spielminuten schenkten sich beide Mannschaften nichts, eine knappe Ein-Tore-Führung folgte stets der Ausgleich durch das Gästeteam. Die vorher felsenfeste Abwehrformation unserer Mädels zeigte sich in dieser Phase des Spiels, zumindest ein wenig anfälliger. Die Altlandsberger Deckung wiederrum agierte nun offensiver. Über die persönliche Manndeckung im Zentrum und schnelles heraustreten auf unsere Halbspielerinnen, wollte man die Angriffsbemühungen unserer Mädels eindämmen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit, stellten sich die HSV Damen aber besser darauf ein. Die, durch die offensive Altlandsberger Abwehr entstehenden Lücken, wurden konsequent durch wunderbare Anspiele zum Kreis oder zu Einläufern von Außen genutzt und in Torerfolge verwandelt. Bis zur 39. Minute beim Stand von 13:12, lief das muntere „Tore hin und her“ weiter. Dann bekamen die Gäste eine Unterzahlsituation aufgebrummt. Ihre gefährliche Halbspielerin musste für zwei Minuten von der Bank aus zuschauen und diese nutzen unsere Mädels, um sich in der Abwehr nun endgültig auf einander abzustimmen und das Bollwerk zur unüberwindbaren Einheit zu formen. Verlegenheitswürfe von Altlandsberg aus der zweiten Reihe, waren oftmals über die Querlatte gesetzt oder durch eine glänzend aufgelegte Torhüterin entschärft worden. Angriffswechsel der Gäste blieben zahnlos und auch im Eins gegen Eins setzten sich die MTV Mädels nicht oder selten durch.  Bis zum Abpfiff dieses Spiels wurde nun kein einziges Tor für Altlandsberg mehr zugelassen! Im Angriff zeigten unsere Krokodildamen weiter tolle Kreisanspiele, die Außen wurden sehr gut in Szene gesetzt und auch der Rückraum funktionierte prima. Tor um Tor warfen sich die HSV Spielerinnen zum Heimsieg. Am Ende stand ein 18:12 auf der Anzeige und der Jubel brach aus. Erleichterung sah man in allen HSV- Gesichtern – die richtige Reaktion haben sie in diesem letzten Spiel des Jahres 2018 gezeigt und abgerufen. Die sympathische Altlandsberger Mannschaft, die sich nie aufgegeben und bis zum Ende fair gekämpft hat, trat mit leeren Händen die Heimreise an.

Damit ist die spannende Hinrunde abgeschlossen. Mit einem sehr überaschenden zweiten Tabellenplatz geht der HSV Oberhavel in die mehr als verdiente Winterpause. Bis zum 27.01. haben sie nun Zeit sich zu erholen, aber auch ihr Angriffsspiel weiter zu verfeinern und auszubauen und natürlich das Prunkstück – die Abwehr weiter zu stärken. Das Wichtigste in dieser Winterpause ist die Erholung und die Reduzierung der Verletzten –und Krankenliste. Wir alle hoffen, dass das „Seuchenjahr 2018“ dann wirklich hinter uns liegt.

Zu Hause eine Macht – keins der sechs Heimspiele in der Hinrunde ging verloren. Nur auswärts fühlen sich die Krokodile noch nicht so richtig wohl. Auch deshalb wird die Rückrunde sicher nicht einfacher werden für unsere Damen. Beginnend mit drei zum Teil schweren Auswärtsspielen und dem anschließenden Derby im Borgsdorfer Keller, muss ein guter Start gelingen, um oben bleiben zu können. Was Mut machen soll und da wiederhole ich mich sehr gern, wir stellen die beste Abwehr der Liga (Frankfurt hat ein Spiel gegen Teltow am „grünen Tisch“ gewonnen. Es wurde mit 0:0 Toren gewertet). Der Einheitsverbund am eigenen Kreis im Zusammenspiel mit den glänzenden Torhüterleistungen funktioniert. Der Angriff spielt mittlerweile besser in der Breite des Spielfeldes, muss aber noch variabler gestaltet werden. Hinzu kommt: Unsere Mädels sind nun keine Unbekannten mehr. Die Gegner werden sich mitunter auf uns einstellen und gewisse Vorkehrungen treffen.

Also – Es gibt noch viel zu tun für das Trainergespann.

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike (Tor) – Gina Ro. (1), Alisha (1), Gina Re. (3), Sonja (2), Emma (2), Lena, Anna (4), Hellen, Jasmin (5)

Spiel aus Sicht des Gegners