Fünftes Heimspiel – Fünfter Sieg

24.11.2018 – HSV Oberhavel gegen HSV Frankfurt/Oder 20:19 (11:7)

Tristes Wetter am vergangen Samstag – Typisch Herbst eben. Nun hatte man mehrere Möglichkeiten, diesen Tag zu überstehen. Unter anderem konnte man es sich bei einer Tasse Tee, zu Hause auf der Couch gemütlich machen und die neuesten Thrillerserien auf Netflix anschauen. Man konnte sich aber auch zur Sporthalle in Borgsdorf aufmachen, um das anstehende Spitzenspiel der Brandenburgliga – weibliche B Jugend zwischen dem HSV Oberhavel (zweitplatziert) und HSV Frankfurt/ Oder (drittplatziert) ansehen.

Was die circa 100 Zuschauer in der Halle dann geboten bekamen, konnte mit jeder spannenden Netflix- Serie mithalten…

Mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit und einem unbedingten Siegeswillen, bezwangen unsere Krokodilmädels den bisher spielstärksten Gegner in dieser Saison – den HSV Frankfurt/Oder, knapp mit 20:19.

Das Spiel begann erfreulich für den Gastgeber, schnell wurde eine 2:0 Führung herausgearbeitet. Beim ersten Tor sah man schon eine Tendenz für ein mögliches Erfolgsrezept. Frankfurt agierte im Deckungszentrum zwar gut, allerdings boten sich über die Flügel aussichtsreiche Tormöglichkeiten. Nun erwachten auch die Oderstädterinnen und kamen über gefällige Angriffsvariationen zu Tormöglichkeiten. So waren dann auch die torgefährlichsten Frankfurterinnen am Kreis und im linken Rückraum dreimal hintereinander erfolgreich. Unsere Deckung stand in dieser Phase zu statisch und bekam zu spät Zugriff auf die Gegenspielerinnen. Lena erzielte den Ausgleich zum 3:3 über Rechtsaußen und markierte damit ihren ersten Saisontreffer. Bis zum Spielende netzte das junge Handballtalent insgesamt fünf Mal kaltschnäuzig ein. Die Frankfurterinnen zeigten sich im Stile einer Spitzenmannschaft, spielten ihren erfolgreichen „Angriffs-Stiefel“ herunter und kamen so zu zwei weiteren Toren. Nach zehn Minuten stand es 3:5 aus Sicht des HSV Oberhavel. Bei den Hausdamen bemerkte man allerdings keine Nervosität – das Selbstbewusstsein ist im Vergleich zum Anfang der Saison gestiegen und so konnten sie wiederrum mit drei Toren in Folge in Führung gehen. Noch einmal glich Frankfurt aus, dann endlich startete unser Team im Angriff voll durch und erarbeitete sich eine 10:6 Führung. Da man in der Deckung nun kompakter stand und früher den Zugriff auf die Frankfurterinnen fand, kassierten unsere Mädels nur noch einen Gegentreffer bis zum Pausenpfiff. Wieder war es dann Lena, die für die etwas beruhigende Halbzeitführung von 11:7 sorgte. Abschreiben durfte man das Team von der deutsch/ polnischen Grenze allerdings nicht. Ihre Aufholjagd starteten sie gleich 20 Sekunden nach Wideranpfiff. Unsere Mädels waren anschließend über die Außenposition erfolgreich, dann stellten sie (vorerst) das Tore werfen ein. Frankfurt verkürzte den Abstand im Minutentakt. Auch eine genommene Auszeit in der 29. Minute brachte nicht vollends den Spielfluss zurück. Zu gerne hätte sich das Trainerteam Groß und Klaus die Auszeit noch für später aufgehoben. Es half nichts, der HSV Frankfurt ging mit 13:12 in Führung. Alles wieder auf Anfang, die beruhigende Führung war futsch. Die Oberhavel Deckung stand indes weiter gut – auch in Unterzahl, sonst wäre die zwischenzeitliche Führung der Gäste noch höher ausgefallen. Maike, die unter der Woche noch krank das Bett hütete,  parierte zudem einen Strafwurf und entschärfte im späteren Spielverlauf noch zwei Kontermöglichkeiten. In der Folge konnte sich so kein Team absetzen. Die Frankfurterinnen legten ein Tor vor und Oberhavel glich aus. Nach den Zwischenständen 13:14 und 14:15 erzielte Jasmin den Ausgleich und anschließend mit ihrem erfolgreich verwandelten Strafwurf die Führung zum 16:15. Mit ihrem insgesamt 16. erzielten Sieben-Meter-Wurf (von 16. Versuchen) in dieser Saison, ist sie die sicherste Strafwurfschützin in dieser Liga.

Noch zehn Minuten – Crunchtime im „Borgsdorfer Keller“! Die Nerven waren bis zum zerreißen angespannt. Viele Zuschauer konnten nicht mehr sitzen bleiben und liefen unruhig auf und ab. Lautstarke Unterstützung,  für beide Mannschaften, gab es dennoch weiterhin aus beiden Fanlagern. Frankfurt glich per Strafwurf zum 16:16 aus. Nun begann die Zeit von Gina Ro. Allen Anspannungen zum trotze, spulte sie ihre sichere Torgefahr stoisch von Linksaußen ab. So brachte sie unsere Mädels mit 17:16 wieder in Front. Die Gäste glichen 7 Minuten vor dem Ende wieder aus. Wieder war es Gina, die von ihren Mitspielerinnen prima freigespielt wurde und so den Torwart ein weiteres Mal bezwang. Eine Minute später – der Ausgleich. Man kann in dieser Phase des Spiels nicht einmal den beiden Abwehrreihen die Schuld geben, dass sich keines der Teams absetzen konnte. Ähnlich wie in einem Schwergewichtskampf, wo sich beide Boxer einen großen Kampf liefern und kurz vor dem Ende die Deckungshände fallen – es nur noch darum geht, den Lucky Punch zu setzen – so war es auch jetzt, drei Minuten vor dem Ende. Unsere Mädels im Angriff – der Ball wird auf Linksaußen freigespielt und Gina Ro. netzt ein. Im Gegenzug erfolgt wieder der Ausgleich. 19:19 und noch 1 ½ Minuten zu spielen. Die Heimmädels gehen in Führung (wieder durch Gina Ro. – wieder über Linksaußen) – Frankfurt startet seinen letzten Angriffsversuch. Es verbleiben noch 40 Sekunden. Dann pfeift der Schiedsrichter einen Fehler im Gästespiel ab. Ballbesitz Oberhavel – noch 10 Sekunden und in diesen 10 Sekunden lässt sich das Heimteam  zu keiner Aktion mehr hinreißen. Der Ball wurde an der Mittellinie prellend durch Emma gehalten. Der Schiedsrichter zeigt Zeit, vier Sekunden vor Schluss und da waren dann die „Messen gesungen“. Abpfiff – Sieg und somit weiter ungeschlagen in heimischen Gefilden.

Der Oberhavel-Jubel brach aus – auf dem Spielfeld und auf der Tribüne. Die Mädels lagen sich in den Armen. Die Trainer stürmten hinzu. Besonders herzten sie Lena und Gina für ihre tollen Leistungen.

Es waren 50 Minuten Spitzenhandball der neutral betrachtet, keinen Sieger verdient hätte. Oberhavel war im Angriff phasenweise zu statisch, dafür in der Abwehr ein Bollwerk. Die Frankfurterinnen zeigten das bisher ausgereifteste Angriffspiel in dieser Liga, boten allerdings im Deckungsverbund schwächen.

Beide Fanlager waren nach dem Spiel aber durchweg zufrieden mit den gezeigten Leistungen ihrer Mädels. Sehr sympathische Frankfurter Eltern meinten nach dem Spiel: „So ist es nun mal. Wir haben zwei tolle Mannschaften gesehen, die uns ein spannendes Spiel geboten haben. Das nächste Mal haben wir dann vielleicht die Nase vorn. Außerdem – es hat ja „der HSV“ gewonnen und deshalb waren wir ja schließlich hier…“.

Extra zu erwähnen sei der Schiedsrichter, der die Partie sehr gut geleitet hat. In Folge einer kurzfristigen Erkrankung seines Partners, musste er das Spiel alleine pfeifen.

Am kommenden Wochenende pausieren unsere Krokodildamen – zumindest aktiv. Ganz ohne Handball können sie dann allerdings doch nicht. Am 2.12. gehen sie gemeinsam zum Handballspiel der Füchse Berlin, gegen den Bergischen HC, in die Max-Schmeling-Halle und anschließend zur Weihnachtsfeier nach Hohen Neuendorf. Die Freitickets für das Bundesligaspiel, haben sie durch den Turniersieg in Rangsdorf, im August gewonnen. Eine Woche später kommt es dann im weit entfernten Calau zum dritten Auswärtsspiel in dieser Saison. Hier heißt es dann gegen einen vermeintlich „leichteren“ Gegner sich auf seine Stärken zu konzentrieren und die Auswärtsbilanz (eine Niederlage und ein Unentschieden) aufzupolieren.

 

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike, Pauline (Tor) – Gina Ro. (6), Alisha (2), Gina Re., Sonja, Emma (1), Lena (5), Anna, Hellen, Jasmin (6)