Punktverlust oder Punktgewinn?

11.11.2018 – HSV Wildau gegen HSV Oberhavel 19:19 (9:11)

Vor fast einem Jahr, am 26.11.2018, gelang es dem HSV Oberhavel in einem nerven-aufreibenden Spiel in Wildau knapp mit 20:19 zu gewinnen. Auch in dieser Saison sollte es im „Wildorado“ heiß her gehen. Indem am Ende dieses Spiels, dieses Mal keine der beiden – mittlerweile völlig veränderten Mannschaften, als Sieger vom Platz ging.

Dass es ein „farbenfrohes“ Spiel werden würde, machten die beiden Schiedsrichter gleich von Beginn an klar, so fielen zwar in den ersten 2 ½ Minuten keine Tore, aber Alisha und Gina Re. sahen da schon jeweils die gelbe Karte. Anschließend ging Wildau durch Strafwurf in Führung. Die Anfangsnervosität auf beiden Seiten konnte nicht abgelegt werden. Wildau bekam ihre erste Verwarnung und Jasmin netzte vom 7 Meterpunkt zum Ausgleich ein. Beide Mannschaften neutralisierten sich weiterhin. Erst eine 2 Minutenstrafe gegen unsere Mädels und der folgenden Unterzahl bescherte den Gastgeberinnen einen drei Feldtore-Lauf. Nach dem zweiten Torerfolg durch Strafwurf für den HSV Oberhavel, gelang nach zehn Minuten, Gina Re. das erste Tor aus dem Feld heraus. Der Ausgleich zum 4:4 und zwei weitere Tore für die Oberhavelländerinnen folgten. Wildau blieb nun allerdings dran. Immer wieder kam die gefährliche Halbspielerin über unorthodoxe Bewegungen zu Erfolgen. Unsere Krokodildamen konnten sich in der Folge nie mehr als zwei Tore absetzen, zeigten sich im Angriff aber durchaus sicherer im Abschluss und spielten mannschaftsdienlicher als zuletzt. Die Abwehr stand gut und zeigte eine gesunde Aggressivität, zudem war Maike im Tor ein sicherer Rückhalt. Sonjas Kreistor zum 10:8 und der anschließende Tempogegenstoßerfolg durch Anna, die mustergültig von Jasmin angespielt wurde, bedeuteten zum ersten Mal in dieser Partie einen drei Tore Vorsprung. Mit dem Halbzeitpfiff gelang dem Gastgeber ein eigentlich nicht mögliches und vermeidbares Tor aus dem direkten Freiwurf heraus. Maike war die Sicht versperrt und der Abwehrblock stand nicht optimal. So ging es mit einer 11:9 Führung für unsere Damen in die Kabine.

30 Sekunden nach Wiederanpfiff gelang Wildau der Anschlusstreffer, allerdings ließen sich unsere Mädels nicht aus der Ruhe bringen und waren im Angriff und in der Abwehr konzentriert und weiter erfolgreich. Gina Re. und Gina Ro. stellten den drei-Tore Vorsprung wieder her. Wildau konnte anschließend zweimal im Gegenzug auf 12:13 verkürzen. In der 34. Minute bekamen unsere Mädels eine 2 + 2 Minutenstrafe. Zuvor waren beide Mannschaften jeweils einmal erfolgreich im Abschluss. Nun galt es, vier Minuten Unterzahl zu überstehen. Gina Ro. netzte dennoch von Linksaußen ein, anschließend ging auch Jasmin für 2 Minuten auf die Strafbank. Den hierfür gegebenen Strafwurf, konnte Wildau verwerten. In der nun zweifachen Unterzahl waren unsere Mädels dennoch erfolgreich. Die gut spielende Alisha faste sich ein Herz und traf zum 16:13. Wieder war es die beste Wildauer Torwerferin, die eine kleine Vorentscheidung zu verhindern wusste. Unsere Mädels konnten in dieser Phase des Spiels ihre eigenen sicheren Tormöglichkeiten, sei es durch Konterläufer oder aus dem Stellungsspiel heraus nicht nutzten und ließen so die Chance aus, sich weiter abzusetzen. Schlimmer noch, Wildau gelang nun auch in Unterzahl spielend, erst der Anschlusstreffer und dann auch den Ausgleich zum 16:16. Emma setzte sich anschließend von rechts außen gut durch und konnte die erneute Führung verbuchen, Wildau glich eine Minute später wieder aus. Dann kamen erst Sonja und danach nochmals Emma zu Torerfolgen. Die über lange Zeit des Spiels bestehende zwei Tore Führung wurde wieder erkämpft. Durch eine umstrittene 2 Minutenstrafe gegen Alisha und dem anschließenden erfolgreich verwandelten Strafwurf witterte Wildau wieder ihre Chance auf einen Heimerfolg. Und es sollte noch schlimmer kommen für unsere Mädels. Die Schiedsrichter schickten dann auch Gina Re. auf die Bank, wieder 7 Meter für Wildau – Ausgleich zum 19:19, 1 ¾ Minuten vor Ende des Spiels. Den anschließenden Angriff konnten die Krokodile nicht verwerten, allerdings musste nun auch Wildau mit einer Spielerin weniger auskommen. Nach dreimal 2 Minuten konnte die Wildauer rechts außen Spielerin vorzeitig zum Duschen. In der anschließenden Auszeit durch Wildau, 1:21 Minuten vor der Schlusssirene, sollte nun der Siegtreffer kreiert werden, doch die Abwehr Oberhavels stand sicher. Im eigenen Ballbesitz und noch 33 Sekunden auf der Hallenuhr stehend, hatten die Gäste wiederrum nun selbst alles in der Hand. In der folgerichtigen Auszeit wurde der letzte Angriff besprochen, aber auch Wildau wollte nicht als Verlierer vom Platz gehen und die knappe Niederlage aus dem letzten Jahr nicht wieder zulassen. Die Abwehr stand gut und unsere Mädels wurden durch ein Faul gestoppt. Beim gegebenen direkten Freiwurf – die letzte Aktion dieses Spiels, fand zwar der Ball den Weg durch die Mauer, leider aber nicht ins Tor. So ein direktes Freiwurftor ist selten erfolgreich und in einem Spiel dann wohl höchstens nur einmal möglich…

Die Fahrt nach Wildau wurde mit gemischten Gefühlen angetreten. Allzu viel hatte man sich von diesem schweren Auswärtsspiel nicht versprochen. Die Verletzten- Liste mit nun Yanina, Rieke, Isabella, Hellen und Johanna ist mittlerweile lang. Dies wurde aber den Spielerinnen, die in Wildau das HSV Oberhavel Trikot trugen nicht gerecht. Sie haben gekämpft, geackert und mannschaftliche Geschlossenheit demonstriert, wie sie bisher selten und in dieser Form noch gar nicht zu sehen war. Solch schwierige Phasen schweißen zusammen und lassen ein Team stärker werden. So stark sogar, dass man auf der Heimfahrt den einen liegen gelassenen Punkt zumindest ein wenig hinterher trauerte.
Am kommenden Wochenende pausiert die Brandenburgliga. Zeit, um sich zu regenerieren und vielleicht genug Zeit (die Hoffnung stirbt zuletzt), damit die eine oder andere Spielerin wieder zurückkehren kann. Am 24.11.2018 kommt dann der Spitzenreiter in den Borgsdorfer „Keller“. Die Partie HSV Oberhavel gegen HSV Frankfurt wird um 14 Uhr angepfiffen.

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike, Pauline (Tor) – Gina Ro. (4), Alisha (1), Gina Re. (3), Sonja (2), Emma (2), Lena, Anna (1), Jasmin (6)