Die Abwehr holt zwei weitere Punkte

Mühlenbeck, 13.10.2018 Brandenburgliga – weibliche Jugend B – HSV Oberhavel gegen SV Union Neuruppin – 19:12 (7:4)

Bei schönstem Altweibersommer empfingen unsere Krokodamen am vergangenen Samstag den Tabellennachbarn aus Neuruppin. Zum zweiten und letzten Mal in dieser Saison gastierte die Mannschaft in der Mühlenbecker Sporthalle. Nun stehen nur noch Spiele im gewohnten „Borgsdorfer Keller“ auf dem Programm.
Verzichten mussten unsere Damen auf die nach wie vor verletzten Yanina und Isabella, Johanna, die mit Krücken anreiste und Lena, die am Tag zu vor im Training mit dem Fuß umknickte. Mittlerweile könnte man fast schon die einsatzbereiten Spielerinnen aufzählen, dann wäre der Satz kürzer…
Das Spiel begann durchaus positiv für den HSV. Schnell ging man mit 2:0 in Führung, ehe die Fontanestädterinnen zu ihrem ersten Torerfolg kamen. Der Zwischenstand von 2:1 blieb quälende 5 ½ Minuten auf der Anzeigetafel wie eingebrannt stehen. Keine Mannschaft konnte das Spielgerät im gegnerischen Kasten unterbringen. Dabei waren die Möglichkeiten auf Seiten unserer Mädels durchaus da. Ein ums andere Mal nahm man es allerdings zu genau und unterzog dem schwarz/weiß gestreiften Aluminiumrahmen in der Mühlenbecker Sporthalle einem Härtetest. Ob nun Pfostenkracher über den Positionsangriff oder im Tempogegenstoß, das gegnerische Tor blieb zu dieser Zeit irgendwie vernagelt. Die Neuruppiner blieben in ihren Angriffsbemühungen meist ideenlos und zu statisch. Jasmin nahm sich dann in der siebenten Minute der Sache an, erzielte zwei Tore in Folge zur etwas beruhigenden Führung von 4:2. Unsere wieder erstarkten Torhüter und die enorme Abwehrarbeit, geleitet und aus der Mitte organisiert von Sonja, ließen den Mädels aus der Prignitz kaum Spielraum zur effektiven Angriffsgestaltung. Bis zum Pausenpfiff durch die sehr gut leitenden Schiedsrichter gelangen den Neuruppinern nur magere vier Tore. Hingegen sei kritisch angemerkt, dass sieben erzielte Tore auf Seiten unserer Krokodildamen auch nicht das „gelbe vom Ei“ sind. Nicht nur der Torrahmen verhinderte eine höhere Führung, auch die eigentlich schon in den letzten Spielen besser funktionierende Spielgestaltung und Übersicht, war an diesem Tage nicht optimal.
Die Neuruppiner kamen besser aus der Halbzeitpause und verkürzten auf 6:7 ehe Gina Rodewald die gute Unioner Torhüterin von der Außenposition bezwang. Noch einmal konnte vom Gast der Abstand verkürzt werden, dann lief die Angriffsmaschinerie des HSV Oberhavel besser. Obwohl immer noch nicht die Breite des Spielfelds genutzt wurde, konnten sich unsere Mädels mit vier Toren in Folge auf 12:7 absetzen und nach knapp 33 Minuten die Neuruppiner etwas abschütteln. Gina Renner schaffte es, sich in dieser Phase des Spiels gut gegen die Abwehr durchsetzen und kam zu Torerfolgen. Der Torabstand blieb auch nach weiteren elf gespielten Minuten bestehen. So stand es in der 44. Spielminute 16:11 für den HSV Oberhavel. Die torgefährlichste Neuruppinerin warf in der 45. Spielminute das zwölfte Tor für den Gast. Es sollte das Letzte an diesem Tag bleiben. In der Folge trafen die HSV Mädels noch dreimal erfolgreich das gegnerische Tor und stellten so den Endspielstand von 19:12 her.
In einem jederzeit fairen Spiel von beiden Seiten (insgesamt nur drei gelbe Karten), hat der HSV Oberhavel verdient gewonnen. Zu keiner Zeit hatten man das Gefühl, dass sich die Krokodile die zwei Punkte nehmen lassen würden. Die Abwehr stand wie ein Bollwerk und die Torhüter zeigten eine sehr gute Leistung. Nun sollte man noch die Angriffsaktionen weiter ausbauen und verfeinern. Zehn oder zwölf Tore mehr auf der Habenseite, wären an diesem Tag definitiv drin gewesen.
Die knappe Derbyniederlage am vergangenen Wochenende gegen den Oranienburger HC konnte aber aus den Köpfen gespielt werden und da die Konkurrenz am Wochenende schwächelte (Frankfurt hat in Falkensee verloren und Oranienburg in Brandenburg), stehen unsere Mädels nun wieder auf Platz 2, punktgleich mit den Mannschaften aus der Oderstadt Frankfurt und der Kreisstadt Oranienburg.

Blickt man auf die momentan große Verletztenliste, kommt die vier wöchige Spielpause gerade recht. Wir wollen hoffen, dass zum nächsten Auswärtsspiel zum Karnevalsbeginn am 11.11. in Wildau (nein – nicht elf Uhr elf sondern um 12 Uhr ist Anpfiff), ein paar Krankenakten geschlossen werden können und das Team wieder breiter aufgestellt werden kann. Bis dahin sollte das Training genutzt werden, um weiter die Angriffsaktionen zu optimieren und die gute Abwehrarbeit beizubehalten. Wildau ist momentan in guter Form. Wenn die Mannschaft aus dem Kreis Dahme-Spreewald gewinnt, dann nie unter 26 geworfenen Toren. Außerdem stellen sie momentan die erfolgreichste Torwerferin mit 35 erzielten Toren…

Nachfolgend die Einschätzungen der Trainer:

SV Union Neuruppin (Tony Palmowske)

Tony Palmowske: „Ich habe die Mannschaft am Samstag betreut, da der eigentliche Trainer Maik Strecker verhindert war. Grundsätzlich muss ich sagen, dass der HSV Oberhavel seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Die Mädels sind individuell und handballtechnisch stärker und weiter als wir. Auswärts wird es für unsere junge und unerfahrene Mannschaft  immer schwer sein in dieser Saison, gegen so ein Team wie den HSV Oberhavel zu bestehen. In der Pause habe ich ein wenig umgestellt, dass zeigte sich dann auch positiv zu Beginn der zweiten Hälfte, als wir auf ein Tor herankamen. Hier hätte das Spiel auch durchaus zu unserem Gunsten kippen können. Am Ende viel das Ergebnis für meinen Geschmack etwas zu hoch aus. Sieben Tore Unterschied spiegeln nicht das wieder, was möglich gewesen wäre. Dennoch unter dem Strich ein verdienter Sieg für die reifere Mannschaft.“

HSV Oberhavel (Reiner Groß und Philipp Klaus)

Philipp Klaus: “Wir haben heute, gerade in der 1. Halbzeit eine tolle Abwehrleistung gezeigt und das nach nur zweimal Training in dieser neuen Formation. Diese taktische Umstellung hat uns viel mehr Sicherheit, besonders in der Mitte gegeben. Hervorzuheben ist vor allem Sonjas Leistung als Organisatorin in der Abwehr. Das Spiel wurde in der ersten Halbzeit dominiert von den Abwehrreihen. In dieser Phase haben wir aber leider auch einige 100 prozentige Chancen liegen lassen. In der 2. Halbzeit haben sich die Mannschaften besser auf die Abwehrformationen eingestellt. So wurden dann doch auf beiden Seiten mehr Tore im Angriff erzielt. Vor allem das Konterspiel hat gut geklappt und so konnte sich vor allem Jasmin wieder mit ihren abgefangenen Bällen in die Torschützenliste eintragen. Aber generell ist nun von Allen schon mehr Torgefahr ausgegangen. Dies gilt es aber weiter zu verbessern. Es war ein sehr faires und unaufgeregtes Spiel. So kann es weiter gehen!“

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike, Pauline (Tor) – Gina Ro. (1), Alisha, Gina Re. (5), Rike (2), Sonja (1), Emma (2), Anna, Hellen, Jasmin (8)
Bank: Klausi, Reiner, verletzt: Isabella, Johanna, Lena und Yanina

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Tabelle in der MAZ ist zwar nicht ganz richtig, aber es sieht durchaus annehmbar aus…