Knapper Derbysieg vor Rekordkulisse für den OHC

(Oranienburg – 7.10.2018) weibliche B Jugend – Oranienburger HC gegen HSV Oberhavel 20:19 (14:10)

Sonntag, 12 Uhr – Oranienburg. Ein großer Zirkus gastiert auf dem Freigelände der TURM Erlebniscity. Die Vorstellung beginnt in wenigen Minuten, aber wird auch Publikum zugegen sein? Ein viel interessanterer „Zirkus“ findet nämlich in der daneben liegenden MBS Arena statt. Das mit Spannung erwartete Oberhavelderby Oranienburg HC gegen unseren HSV Oberhavel in der Brandenburgliga weibliche Jugend B. Eine Rekordkulisse von circa 180 Zuschauern macht es sich auf der Tribüne bequem, um ihre Teams anzufeuern. Wann gab es das schon einmal bei einem B Jugendspiel?!

Aus sportlicher Sicht war es das Spitzenspiel an diesem Spieltag – der Drittplatzierte gegen den Zweitplatzierten, beide Mannschaften ungeschlagen. Aus der emotionalen Sicht heraus, war es ein Derby der Extraklasse. In beiden Mannschaften spielen Mädels, die sich aus der Schule kennen und befreundet sind oder in der Vergangenheit das gleiche Trikot trugen. Beide Trainer (Dirk Klasen und Philipp Klaus) haben früher in einem Team gespielt und schätzen sich gegenseitig. Nun stehen sie sich alle gegenüber und werden für 50 Minuten Kontrahenten sein.

Das Spiel begann torarm und nervös. Beide Mannschaften tasteten sich ab, keine Spielerin wollte Fehler begehen. So stand es nach 6 ½ Minuten 2:0 für den OHC und die ersten drei Verwarnungen wurden verteilt. Nun begannen auch die HSV Mädels das Tore werfen und konnten verkürzen. Der Ausgleich zum 4:4 durch Emma in der neunten Spielminute hielt nicht lange – der OHC konnte wieder in Führung gehen und auf einen Zwei-Tore-Vorsprung ausbauen, so richtig absetzen konnten sich die Gastgeberinnen allerdings nicht. Über die Zwischenstände 8:6, 10:7 und 12:9 ging es in die 22. Spielminute. Die Krokodile im Angriff – Johanna steigt zum Sprungwurf in die Luft und verdreht sich beim Aufkommen das Knie. Schreiend vor Schmerzen blieb sie am Boden liegen und musste vom Feld getragen werden. Der Rettungsdienst wurde umgehend gerufen. Wir wünschen Johanna an dieser Stelle alles Gute, schnelle und vollständige Genesung.
Sichtlich geschockt, gelang dem HSV in der Folge nicht mehr viel. Mit zwei Gegentoren im Überzahlspiel und einem Anschlusstor in letzter Sekunde zum 14:10, pfiff das Schiedsrichtergespann zur erlösenden Halbzeitpause.

Die Aufholjagd in der zweiten Halbzeit durch unsere Mädels blieb zunächst aus. Anstatt den Abstand zu verkürzen, stand es nach 37 Minuten 17:13 für den OHC. Schlimmer noch – zwei weitere Tore durch den Gastgeber bedeuteten den Knockout für unsere Mädels. Dachte man zumindest… In den letzten zehn Minuten der Partie bekam der Gastgeber, trotz eigentlich beruhigender sechs Tore Führung, plötzlich „weiche Knie“. Unsere Mädels stemmten sich kämpferisch gegen die hohe Niederlage an und holten Tor um Tor auf. Die offene Manndeckung funktionierte wunderbar. Am Ende reichte die Zeit allerdings nicht aus. Mit der Schlusssirene verwandelte Jasmin einen Strafwurf zum 19:20 Endstand. Zwei oder drei Minuten längere Spielzeit, hätten vielleicht den einen Punkt zum Unentschieden gebracht. So sah man am Ende enttäuschte und weinende HSV- und feiernde und lachende OHC Mädels. Über die gesamte Spielzeit gesehen und vor allem, die Aufholjagd in den letzten Spielminuten, wäre eine Punkteteilung sicher gerechter gewesen. Dennoch Gratulation an den Oranienburger HC für den knappen Derbysieg.
Am kommenden Wochenende bietet sich für unsere Mädels die Gelegenheit an, dieses Spiel vergessen zu machen. In der Sporthalle in Mühlenbeck empfangen unsere Krokodildamen um 14 Uhr die Gäste aus der Fontanestadt Neuruppin.

Nachfolgend die Einschätzungen der Trainer:

Oranienburger HC (Anne Rückforth und Dirk Klasen):

Dirk Klasen: „Wir spielten vor einer eindrucksvollen Kulisse bei unserem ersten Heimspiel. Ich sah zwei motivierte Mannschaften von Beginn an und ein faires, teilweise schnelles Spiel auf beiden Seiten. Die erste Halbzeit war gut von den OHC Mädchen, speziell in der Abwehr. Im Angriff haben mir die Tempowechsel und die gelungenen Kombinationen gefallen. In der zweiten Hälfte hatten wir eine gute Spielgestaltung in den ersten 10 Minuten. Die Abwehr stand weiterhin gut. In den letzten 10 Spielminuten, kam durch Wechsel auf einigen Positionen und lange Angriffe vom Gegner nochmal Spannung auf. Am Ende ein nicht unverdienter Sieg auch, da das Torwartduell an den OHC ging.“

HSV Oberhavel (Reiner Groß und Philipp Klaus):

Philipp Klaus: „ Der OHC war nicht besser. Sie haben nur weniger Fehler gemacht als wir. Wir waren zu harmlos vorm Tor des Gegners und haben uns die Torchancen hart erarbeiten müssen. Und haben wir das geschafft, scheiterten wir viel zu oft an den Oranienburger Torfrauen. Wir haben dann auch die Ballgewinne viel zu selten genutzt, um mal mit Tempo aus der zweiten Welle schnelle und leichte Tore zu erzielen. Die Abwehrvarianten haben nur teilweise funktioniert. Insgesamt war es eine tolle Partie vor einer tollen Kulisse. Wo sind schon mal 180 Zuschauer bei einem B Jugendspiel, wenn es nicht gerade die Jugendbundesliga ist. Das Spiel war zu jederzeit fair. Toll fand ich, dass die OHC Mädels sich trotz der großen Freude über den Sieg, meine Mädels trösteten und umarmten. Nun gilt es wieder den Fokus im Training auf die noch nicht richtig funktionierenden Abläufe zu legen!“

Für den HSV Oberhavel spielten: Maike, Pauline (Tor) – Gina Ro. (4), Alisha, Yanina, Gina Re. (3), Rike, Sonja, Emma (2), Lena, Anna (1), Hellen, Jasmin (8), Johanna (1)
Bank: Klaus, Reiner, verletzt: Isabella

Spiel aus Sicht des Gegners