Turniersieg in Rangsdorf

Foto: Privat (nicht auf dem Foto: Yanina)

27.08.2018 – Die weibliche B Jugend des HSV Oberhavel  gewann am vergangenen Samstag das traditionelle Rangsdorfer Handballturnier…und einen Satz neue Socken!

Dass der Handballtross des HSV Oberhavel sich erst wieder an die längeren Auswärtsfahrten gewöhnen muss, merkte man spätestens am Samstag. Die Hälfte der Mannschaft befand sich noch auf der Stadtautobahn in Berlin als man bemerkte, dass das Frühstück bei Familie Leicht wohl ein wenig zu lang ausgefallen ist. So werden wohl einige bald Post von der Bußgeldstelle erhalten. Zur Eröffnung des traditionellen und international besetzten Handballturniers waren dann aber doch alle rechtzeitig in Rangsdorf eingetroffen.

Die fünf teilnehmenden Mannschaften aus Berlin, Brandenburg und Polen spielten im Modus“ Jeder gegen Jeden“ mit einer Hin- und Rückrunde und je 15 Minuten Spielzeit.

Nominell konnte das Trainerduo Klaus und Groß auf alle Spielerinnen setzen, zu mindestens waren alle vor Ort. Yani konnte verletzungsbedingt leider nur von der Bank aus unterstützen. Das Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber aus Rangsdorf gestaltete sich zäh. Nach 15 Minuten stand ein dennoch verdienter 5:4 Sieg zu buche. Etliche Pfostentreffer und noch nicht ganz ausgeschlafene Krokodile verhinderten ein deutlicheres Ergebnis. Die Verletztenliste erweiterte sich bedauerlicherweise nun auch noch. Die angeschlagene Isabella (Knie) konnte nicht mehr aktiv auf der Platte mitwirken und auch Gina Re. erlitt eine Rückenverletzung, die sie in den nächsten Spielen ausbremste.

Im zweiten Spiel war der HSV Oberhavel schon etwas wacher. Gegen die Spielerinnen aus Potsdam gelang der zweite Sieg. Die offensive HSV Abwehr ließ nur zwei Tore zu,  allerdings kam man selbst nur auf magere vier Tore. Der schwere Gegner aus Bydgoszcz (Polen) wartete im dritten Spiel auf unsere Mädels. Körperlich stark und technisch gut ausgebildete Polinnen verlangten den Oberhavelländerinnen in diesem Spiel alles ab. Johanna ging äußerst motiviert in diese Partie und setzte zum Auftakt gleich einen wuchtigen Schlagwurf aus zehn Metern in die polnischen Maschen. In der Abwehr ging der HSV aggressiv und beherzt zur Sache. Die polnischen Spielerinnen waren sichtlich beeindruckt und kamen damit vorerst nicht zurecht. Der spielstarken und im Eins gegen Eins kaum zu stoppenden Mittelspielerin aus Polen gelangen dennoch ein paar Tore, ehe sie verletzungsbedingt auf die Auswechselbank musste. Unsere Mädels konnten sich auf 5:2 absetzen. Dann allerdings wurde auch Polen aggressiver und zum Teil auch unfair… mit Erfolg. Drei Tore in Folge bescherten den Ausgleich und kurz vor dem Ende dann das 5:6 aus Sicht des HSV Oberhavel. Die erste Turnierniederlage und somit auch die erste Niederlage unter dem neuen Trainergespann überhaupt. Die Stimmung reichte von Ernüchterung und Wut, bis hin zu „jetzt erst recht im Rückspiel“.

Das letzte Spiel der Hinrunde gegen die noch junge Mannschaft aus Altglienicke wurde dann sicher mit 13:5 gewonnen. Auf dem zweiten Platz der Hinrundentabelle liegend, gingen die Mädels aus Oberhavel in die Mittagspause. Hier wurde vom Gastgeber aus Rangsdorf einiges aufgeboten. Leckeres vom Grill oder Süßes vom Kuchenbasar – das Turnier wurde durch viele Helfer sehr gut organisiert und durchgeführt.

Kurz vor Beginn der Rückrunde stellte der Veranstalter dann einen Vertreter aus der Geschäftsstelle der Füchse Berlin vor. Dieser kam nicht mit leeren Händen nach Rangsdorf. Für den späteren Turniersieger wurden Freikarten für ein frei wählbares Hinrundenspiel der Bundesligamannschaft in der Max-Schmeling-Halle versprochen.

Eine Extramotivation für unsere Mädels, zu den, schon vor dem Turnier versprochenen Hummelsocken vom Trainergespann.

Die ersten beiden Rückrundenspiele gegen Rangsdorf (10:3) und Potsdam (8:5) gewannen die Krokodile sicher. Nun stand das Rückspiel gegen die polnische Mannschaft auf dem Programm. Die Trainer stellten die HSV Abwehr auf eine defensive 6-er Kette am Kreis um. So wollte man die wendige Mittelspielerin und die körperlich überlegende Kreisspielerin aus Polen kalt stellen. Diese taktische Neuformierung gelang eindrucksvoll. Auch im Angriff wurde einiges verändert. Mit zwei Kreisspielerinnen überraschte man die polnische Abwehr. Der HSV Oberhavel konnte sich Tor um Tor absetzen. Die Gegnerinnen wurden zunehmend nervöser und dadurch auch zum Teil wieder unfairer. Die gut leitenden Schiedsrichter zeigten so mehrfach folgerichtig auf den 7 Meterpunkt für den HSV Oberhavel. Hier blieb erst zweimal Anna kaltschnäuzig erfolgreich und anschließend auch Jasmin – obwohl die polnische Kreisspielerin während des Strafwurfs direkt hinter ihr, frustriert auf den Boden stampfte. Völlig verdient gewannen unsere Mädels nach dieser Energieleistung 10:2 gegen Bydgoszcz. Das letzte Spiel gegen Altglienicke wurde dann ebenfalls sicher gewonnen und somit war dem HSV Oberhavel, bedingt durch die hervorragende Tordifferenz, der Turniersieg nicht mehr zu nehmen.

Sichtlich stolz wurden die Goldmedaillen, die Siegerurkunde und der Umschlag mit den Freikarten für das Füchseheimspiel entgegen genommen.  Die Trainer können ebenfalls mit der gezeigten Leistung ihrer Mannschaft zufrieden sein und nun den versprochenen Mannschaftssatz Handballsocken bestellen.

Mehr Wert, als dieser verdiente Turniersieg ist, dass die Mannschaft weiter zusammenwächst. Diese emotionale Achterbahnfahrt gegen den starken und harten polnischen Gegner, schweißt die Mannschaft enger zusammen. Sicherlich ist im Vergleich zum letzen Jahr ein wenig individuelle Klasse verloren gegangen, allerdings macht die neue Breite in dieser Mannschaft, also dass wirklich jede einzelne Spielerin wichtig ist fürs Team, diese neue Mannschaft umso weniger ausrechenbarer. Tore werden von allen Positionen geworfen, ob von den Außenspielerinnen, vom Kreis, über schnelle Tempogegenstöße oder neu – auch aus der zweiten Reihe. Die Abwehr steht sicher und aggressiv, ob in der offensiven oder defensiven Variante und sollte der Gegner zu Torwürfen kommen, stehen zwei sich abwechselnde sehr motivierte Torfrauen im Kasten. Die beiden Trainer ergänzen sich perfekt in der taktischen Ausrichtung und in der Ansprache an die Spielerinnen. Auch neben dem Platz wächst die Fangemeinde dieser neuen B Jugend super zusammen, wozu auch das am 19.08. stattgefundene Sommerfest beigetragen hat. Es macht einfach Spaß diese neue weibliche B Jugend des HSV Oberhavel spielen und sich entwickeln zu sehen. Bezeichnend für das bisher Erreichte, ist die Aussage eines Vaters einer neu hinzu gekommenen Spielerin: „Die Entwicklung, die meine Tochter in dieser kurzen Zeit beim HSV Oberhavel mit den beiden Trainern und in dieser Mannschaft gemacht hat, ist ein Quantensprung!“

Dennoch bleibt ein Wermutstropfen: die Verletztenliste. Yani fehlt als weitere kreative Spielgestalterin und Kopf der Mannschaft und Isabella fehlt im rechten Rückraum. Beide Spielerinnen brauchen noch Zeit, um verletzungsfrei aufs Parkett zurück zu kehren. Sind alle fit, ist in der am 8.9. beginnenden neuen Saison einiges möglich.  Die eingeschlagene Entwicklung muss in den Trainingseinheiten weiter fortgesetzt werden. Am kommenden Wochenende haben die Krokodildamen zudem die Möglichkeit sich beim „1. HSV Oberhavel Handballcamp“ weiter zu beweisen. Hier dann nicht vor dem bekannten Trainergespann Klaus/ Groß, sondern unter der Anleitung von externen Camp-Trainern, die mit dem THW Kiel zusammen arbeiten.

Für den HSV Oberhavel spielten: Alisha, Anna, Emma, Friederike, Gina, Gina, Isabella, Jasmin, Johanna, Maike, Pauline, Sonja und Yanina