Siegesserie nicht gerissen

Die Siegesserie der weiblichen Jugend C des HSV Oberhavel ist auch im dritten Spiel beim Tabellennachbarn nicht gerissen. In einer Abwehrschlacht setzten sich unsere Krokis mit 10:14 (2:7) gegen Teltow durch und revanchierten sich erfolgreich für die Heimniederlage im Dezember letzten Jahres.

Die HSV Karawane erreichte ihr Ziel am Samstagvormittag – die Sporthalle in Stahnsdorf – relativ zeitig, so dass man noch vor verschlossenen Hallentüren stand. Glücklicherweise herrschte in der benachbarten Grundschule schon reges Treiben. Auf einem Schulflohmarkt konnten sich die vielen mitgereisten Eltern mit Kaffee, Kuchen und Würstchen versorgen. Nachdem die Halle dann ihre Pforten öffnete und der HSV Anhang die Tribüne bevölkerte, stand auf der Anzeigetafel 9:13. Es war aber nicht der Spielstand, sondern die Uhrzeit. Evelyn merkte an, dass sie dieses „Ergebnis“ gern mitnehmen würde und orakelte so fast eine Punktlandung.

Es wird ein besonderes Spiel werden, das war beiden Fanlagern vorher schon klar. Bella und Josi spielten in der Hinrunde noch für Teltow und trafen nun wieder auf ihre ehemaligen Spielerinnen. Es war ein herzlicher Empfang und beiden sah man an, dass sie sich gegen ihre alten Weggefährten etwas vorgenommen hatten.

Von der ersten Minute an konzentrierten sich die HSV Mädels in der Abwehr und ließen kaum Chancen zu. Der offensive Abwehrriegel agierte leichtfüßig und so konnten die Teltower mit ihren kurzen Wechseln kaum gefährlich werden. Kam doch einmal eine Spielerin zum Torabschluss, war Bella mit Glanzparaden zur Stelle. Teilweise sah man im Verlauf des Spiels schon die Verzweiflung in den Teltowern Gesichtern, immer wieder stand unsere Torhüterin richtig.

Im Angriff lief es allerdings etwas zäh. Die Versuche, den Ball schnell zu spielen, um so die Abwehrreihe durcheinander zu bringen klappten zwar, allerdings waren unsere Mädels oftmals zu nah am Gegner und wurden fest gemacht oder technische Fehler stoppten den Angriff. Dennoch ging der HSV mit 1:0 in Führung und man konnte sich über die Spielstände 1:2 und 1:4 absetzen. Da waren dann schon 15 Minuten der ersten Halbzeit gespielt. Nun kamen die HSV Krokis auch im Angriff besser ins Spiel und im Nachhinein setzten die Mädels zum Ende der ersten Halbzeit schon eine Vorentscheidung. Den Teltowern gelang bis zum Halbzeitpfiff gerade noch ein Tor, selbst ein Siebenmeterwurf konnte nicht untergebracht werden. Hingegen netzte der HSV noch dreimal ein und so ging es mit einem Halbzeitstand von 2:7 in die Kabinen.

Viel gebracht hatte es den Teltowern nicht, im Gegenteil. Die zweite Halbzeit begann wiederrum der HSV besser und man konnte seinen Vorsprung auf 2:9 ausbauen. Auf HSV Seite – die tolle Abwehrarbeit und die Torhüterleistung, auf Seiten der Teltower – der Pfosten oder die Latte, waren die Hauptgründe für diese Torarmut. Zusehens verzweifelter wurden die Teltower Spielerinnen. Ihnen viel kaum noch etwas ein. Die vielen Verletzungsunterbrechungen waren eher durch Frustration und seelische Schmerzen, als auf tatsächliche körperliche Schmerzen begründet. Dennoch bissen sich die Hausherrinnen durch und versuchten die drohende Niederlage abzuwenden. Der HSV machte von außen betrachtet nur noch das Nötigste in dieser Phase. So kamen die Teltower noch einmal auf 5:9 heran. Die folgende Auszeit auf Seiten der Oberhavelländer brachte wieder Ordnung ins Angriffspiel. In den nächsten Minuten viel dann tatsächlich die beruhigende Vorentscheidung. Drei Tore in Folge und sieben Tore Abstand (5:12) sollten reichen. Die nicht immer (auf beiden Seiten) glücklich agierenden Schiedsrichter pfiffen das Abwehrspiel beim Stand von 10:14 ab. Zwei Punkte gegen den oberen Tabellennachbarn und das in einem Auswärtsspiel! Wieder einmal nur zehn Tore zugelassen! Die Revanche zur bitteren 12:22 Heimniederlage ist geglückt! Die Spielerin des Spiels stand eindeutig im Tor des HSV Oberhavel ohne dabei die mannschaftliche Geschlossenheit – gerade in der Abwehr – zu vergessen.

Warum fragt man sich nun, wurde das Hinspiel so hoch verloren. Warum war man Anfang Dezember noch chancenlos gegen Teltow. Das an zwei Spielerinnen festzumachen, ist zu wenig. Klar kann der Trainer nun auf zwei weitere gute Spieler bauen und sich breiter aufstellen. Allerdings muss man auch klar die sehr positive Entwicklung der HSV Krokis betrachten. In der Rückrundentabelle steht der HSV auf Platz drei, hat die zweitmeisten Tore geworfen (151) und im Vergleich zur Hinrunde bei weitem weniger Tore kassiert. Das spricht deutlich für eine Leistungssteigerung im Angriff und vor allem in der Abwehrarbeit. Die letzten drei gewonnenen Spiele mit einem Torverhältnis von 91:27 zeigt es deutlich auf.

Nun kommt es zum Saisonfinale am Sonntag, 26.03.2017 um 14 Uhr in Borgsdorf noch zum Oberhavelderby gegen den Oranienburger HC. Wieder ein besonderes Spiel, so ging das Hinspiel 15:15 unentschieden aus. Mit der jetzigen Form und eine hohe Konzentration von der ersten bis zur letzten Minute, sollte der Saisonabschluss positiv abgeschlossen werden.

Anmerkung zum Spiel gegen Teltow: Nach dem Spiel war glücklicherweise der Schulflohmarkt noch geöffnet. Der männliche Kärgelnachwuchs wusste dies zu schätzen und deckte sich mit Wiener Würstchen ein. So war es nicht nur für unsere Handballmädels ein schöner und erfolgreicher Ausflug in den südlichen Speckgürtel.

Es spielte für den HSV: Maike, Kaja (3), Antonia, Alisha, Yanina (3), Emma, Josefine, Nele (3), Lisa (5), Sonja, Pauline, Isabell

Stephan